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Neue jüdische Monatshefte · 1917-02-25 · Heft 10 (25.2.1917) · p. Seite 280

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 10 (25.2.1917)
Article
Zur Judenfrage
Date
1917-02-25
Page
Seite 280 (sequence 2)
Language
German
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260 Die weitestgehenden Zionisten. scheinen mir Unmöglichkeit pu träumen, wenn sie an eine allgemeine Judenauswanderung nach Palästina denken. Die neue Heimat ist vielfach zu einem Gemütsfaktor "geworden. Noch mehr kommen Besitz- und andere ökonomische Fragen in Betracht. Die Wiederbegründung eines jüdischen Stammlandes durch einen Teil, namentlich der Ostjuden, hielte ich hingegen von wesentlichem Nutzen für, die Stärkung, insbesondere des jüdisch-nationalen Empfindens. Ein sehr großer Teil der Deutschen lebt ja auch nicht im Mutterlande, denkt auch gar nicht daran, zurückzukehren. Aber das Gefühl, ein solches zu besitzen, wirkt stärkend und beglückend auf die Brüder in der Fremde, dazu kommt noch der tatsächliche, der greifbare Rückhalt am Mutterland. Wäre einmal für eine ausgiebige Verringerung des europäischen Judentums, namentlich des Ostjudentums durch Abfluß nach Palästina, gesorgt, so würden sich die Gefahren eines neuen Aufflammens des Antisemitismus bedeutend verringern, der doch im letzten Grunde, trotz des nationalen Mäntolchens, ein ökonomischer sein würde. In unserem bunten Nationalitätenstaate Österreich- Ungarn hätten nach meiner wenig maßgeblichen Meinung die Juden, 4was immer, für eine Sprache sie sprechen,- stets als Juden, mithin als eine Nationalität zu gelten. Gelänge es einmal, im alten Kaiserstaate die nationale Gleichberechtigung durchzusetzen, so würde der jüdische Vollcsstamm ohne Zweifel einträchtig mit den anderen zusammenwirken, um eine neue Blüte des altehrwürdigen Habsburgerstaates anzubahnen, der ihm ja zur lieben Heimat geworden ist. Viribus uniüs — alle Erwägungen führen doch immer wieder auf .diese zwei Worte zurück." Saloniki Von. C. Z. Klötzel, im Felde (ehem. Saloniki) Daß der Weitkrieg in ganz besonderem Maße jüdisches Schicksal werden mußte, war vorauszusehen. Ein Krieg zwischen Deutschland, Österreich und Rußland konnte nur ausgetragen werden in jenen Gegenden, in denen die Masse des Ostjudentums zusammengedrängt ist. Die Entwicklung der Ereignisse hat aber auch im Orient und auf dem Balkan jüdische Zentren in schwere Mitleidenschaft gezogen, Palästina leidet zwar weniger unter direktem Kriegsdruck, um so mehr aber unter Ernährungsschwierigkeiten und der wirtschaftlichen Krisis, Vernichtend aber ist jenes einzigartige jüdischo Gomeinwesen gotroffciji worden, das in S a 1 o n i k i bisher bestand. Allerdings ist vom Leben und Wesen dieser jüdischen Großstadt boi uns wenig bekannt geworden. Was die jüdische Presse darüber gebracht

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