Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- Heft 7 (Oktober 1938)
- Article
- Hebräische Bücher [Rezension]
- Date
- 1938-10-01
- Page
- 306 (sequence 2)
- Language
- German
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des nachbiblischen apokryphen jüdischen Schrifttums, von denen in hebräischer Sprache nur Reste, das größte Teil jedoch nur in griechischer, syrischer, abessinischer Sprache der Nachwelt erhalten blieb. Das Werk, das zu Anfang des vorigen Jahrhunderts der Hamburger Seckel Frankel mit den damaligen wissenschaftlichen Hilfsmitteln unternahm, wurde jetzt noch einmal neu begonnen, wobei diesmal nicht nur die eigentlichen Apokryphen, sondern auch die Pseudepigraphen übersetzt wurden. Der Plan der Übersetzung gehört in den Rahmen des von Bialik geforderten „Kinnus". Inhaltlich folgt die Zusammenstellung der Reihenfolge der biblischen Bücher oder vielmehr deren chronologischer Anordnung. Die vier Bände des Werkes führen wesentliche Zeugnisse alten jüdischen Geistes aus fremden Gefilden in die sprachlichen Denkformen der jüdischen Welt und ins Hebräische zurück. * Von den zeitgenössischen hebräischen Schriftstellern Palästinas treten zwei als besonders charakteristisch unter den übrigen hervor: Jehuda Burla und Mosche S m i - 1 a n s k y. Sie kennen die Welt, die sie darstellen, und die Selbstbeschränkung der Thematik gibt ihren Werken eine besondere Stärke. Die Sprache beider ist ungekünstelt, einfach. Burla pflegt die Art der spaniolischen Volksdichtungen im Erzählerton des Marktes oder von 1001 Nacht. Diese Stilform ist so klassisch-naiv und schön, daß man gesagt hat, Burla schreibe nicht hebräisch, sondern „Leschon; Hakodesch" — in der „Heiligen Sprache". Auch Smilanskys Erzählungen aus dem jüdischen Dorf des neuen Palästina sind einfach geschrieben, — Bauernerzählungera, Liebesgeschichten und Schicksale von Menschen der „Moschawot"; sie haben nichts von gerunzelter Stirn an sich; heiter und selbstverständlich fließen die Sätze dahin. Jehuda Burla ist Abkömmling einer sefardischen jüdischen Familie Jerusalems, und dort spielt auch die Handlung seiner neuesten Erzählungen. „Bikeduscha o ahawa" heißt das Buch nach der Titelnovelle. Es erzählt vom Unglück einer Frau, die mit dem geehrten Chacham Haj verheiratet, aber kinderlos ist. Das ist das; Schlimmste, was eine orientalische Frau treffen kann, und nach innerem Ringen bringt sie das Opfer, ihrem Mann eine zweite Frau zu geben, so wie Sara ihrem Manne Abraham die Hagar beigegeben hat, damit er von ihr „erbaut" werde. Aber das Opfer ist übergroß, die weibliche Eifersucht läßt, sich nicht unterdrücken, sie hat dieses junge Mädchen ihrem Manne zur Erfüllung eines Zweckes, zur Schaffung von Nachkommenschaft angetraut, nicht jedoch zur Liebe. Der Konflikt droht das ganze Haus zu zerstören; da plötzlich kann Suitana mitteilen, daß sie in Hoffnung ist, die Frau bereut ihre Eifersucht und — happy end. Die Träume des Sabbatianers R.MordediaiAsdikenasi, hebräisch herausgegeben von G. Sdiolem. Sdiocken- Verlag,Jerusalem 1938. Aus den Tagen der sabbatianischen Bewegung, von der Anhängerschaft des Pseudomessias Sabba- 306