Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- Heft 7 (Oktober 1938)
- Article
- Überall
- Date
- 1938-10-01
- Page
- 279 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Edith L. Meyer: Überall Auf den Wogen unsrer Traumvisionen gleiten Wunsch und Sehnsucht in die Ferne. Überall, wo unsre Brüder wohnen, blaut der Himmel, kreisen Mond und Sterne. Aus den Schatten, die uns rings umdunkeln, lösen sich die lichtbeschenkten Stunden. Überall, wo die Gestirne funkeln, wandelt Gott und ist uns raumverbunden. Will die Erde, Bruder, dich nicht fassen? Fasse sie, eh' sich dein Kreis vollendet! Überall, wo sie dir Raum gelassen, atmet Gott und ist dir zugewendet. Seine Weisheit lieh dir Geistesstärke; Demut lehrt dich seine Vatermilde. Überall im Schatten seiner Werke wandelst du in seinem Ebenbilde. Marianne Rein: Die Liebenden Durch lauen Abend wandeln die Liebenden; um ihre Schultern der Verzauberung Mantel, den Dämmerung säumt. Sanfte Lichter glänzen in ihren Augen. Tiefer noch leuchtend als der Sterne Strahlen in nächtlicher Bläue. Aneinandergeschmiegt suchen sie schmale Wege, grasbewachsene, die ins Dunkel führen, wo ihrer die Nacht harrt. 279