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Der Morgen · 1938-06-01 · Heft 3 (Juni 1938) · p. 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
14 (1938)
Issue
Heft 3 (Juni 1938)
Article
Zwei Bücher aus Frankfurts jüdischer Vergangenheit [Rezension]
Date
1938-06-01
Page
131 (sequence 2)
Language
German
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gewesen ohne die Pionierarbeit von Marc Rosenberg, der die Merkzeichen, d. h. die Stempel, Markenzeichen, Beschaumarken, Meistermarken, Jahresbnchstaben u. a. m. auf dem Gebiet der Gold- und Silberschmiedekunst fast aller Kulturvölker in einem mehrbändigen Standardwerk zusammenfaßte. Die Verfasser der neuen Schrift gehen aber über den „Rosenberg" noch hinaus, indem sie einerseits neue Meister ausfindig machen, andererseits die alten und die neuen Ergebnisse auf Grund ihres vielfältigen Wissens um die jüdischen Dinge in ein neues Licht stellen. Beide Judaicaforscher bereichern das noch lückenhafte Wissen um die lokal gefärbten Sondergebiete jüdischer Kunst mit einer Typenskala, die auf das Frankfurter Kunstgewerbe und seine Bedeutung hinzuweisen vermag. Sehr aufschlußreich ist der Anhang, der den Zeitraum von 1526—1576 mit den verschiedensten Kultgegenständen behandelt. Gute Abbildungen ergänzen die wissenschaftlich ergiebige Arbeit. Das andere Heft, das die „Gesellschaft zur Erforschung Jüdischer Kunstdenkmäler" versendet, ist der „Sammlung Siegmund Nauheim" (Frankfurt a. M. 1937) gewidmet. Dieser Judaica-Besitz, der als Vermächtnis in das Museum Jüdischer Altertümer in der Fahrgasse kam, bedeutet eine ebenso umfangreiche wie interessante Bereicherung für die Frankfurter Judenheit. Wieder widmen Hermann Gundersheimer und Guido Schönberger den von ihnen betreuten Beständen an Kultgerät, Handschriften und textilen Schätzen kenntnisreiche Ausführungen. Ein sehr klares Abbildungsmaterial erhöht die gute Ausstattung des Kataloges, der in der Übersichtlichkeit und durch die wissenschaftliche Genauigkeit sehr viel mehr als ein Verzeichnis ist. Über allem aber steht die unermüdliche Sammlertätigkeit von Siegmund Nauheim, der dem Frankfurter Jüdischen Museum ein unermüdlicher Förderer und seinen Leitern wohl der beste Wegweiser in ihrem Bemühen um neue Erkenntnisse gewesen ist. Olga Bloch An der Schwelle unbekannter Gesetze In der Schule haben wir gelernt: Newton hat entdeckt, daß jedes Ding senkrecht zur Erde fällt. Doch als wir dann anfingen, uns mit Kragenknöpfen zu befassen, sahen wir, daß das leider nicht stimmt. Denn keinem Exemplar dieser Gattung ist es je eingefallen, lotrecht zur Erde zu fallen; sie fallen immer irgendwie schräg, so daß sie schließlich unter dem Bett landen oder unter dem Wäscheschrank. Und keine Physik und keine Gravitationstheorie hat bisher diese fatale Erscheinung zu erklären verstanden. Offenbar handelt es sich hier um etwas Metaphysisches, um irgendeines der geheimnisvollen Gesetze des Schicksals. Die Zahl dieser Gesetze ist beträchtlich. Und wenn ich hier auch nichts mehr sagen will über das Gesetz der Serie, so kann ich doch nicht umhin, dem von Carl Capek 131

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