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Der Morgen · 1938-06-01 · Heft 3 (Juni 1938) · p. 127

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Journal
Der Morgen
Volume
14 (1938)
Issue
Heft 3 (Juni 1938)
Article
Palästina-Bücher [Rezension]
Date
1938-06-01
Page
127 (sequence 2)
Language
German
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chenden Roman und die wirkungsvolle Bearbeitung des Palästina- Stücks von Bath Dori danken, schrecklich viel gelesen, aber vielleicht — nicht genug ge h ö r t. Wenn die prüde victorianische „Miß" dauernd, ohne im geringsten zu erröten, von ihrer „Tochter in Larnacaa erzählt, so schütteln wir den Kopf und sagen: Oh-shocking! Und das in der Hochflut des Learning English ... B. B. St. Im Verlag Rubin Maß, Jerusalem, erschien hebräisch „M e r k a d o, der Eseltreibe r", eine Geschichte aus dem Leben der sefardischen Juden in Hebron von Nachum Jeruschalmi. Der Verfasser hat der alten Gemeinde Hebron, deren jüdische Gemeinde in den Unruhen des Jahres 1929 vernichtet wurde, in dieser reizenden kleinen Erzählung ein Denkmal gesetzt. Der gleiche Verlag bringt die Erinnerungen Zevi S c h i m i m s, des Vaters von Jizchak Ben Zevi, heraus, eines der Männer, die in sich zwei Epochen verbanden, die Chibbat Zion-Bewegung und den politischen Zionismus. Er schildert mit großer Anschaulichkeit sein und seiner Familie Leben in der sibirischen Verbannung. Das Leben der sibirischen Juden in dieser Fremde, über das der europäische Jude wenig weiß, die Flucht daraus und der Weg nach Erez Israel sind die Ereignisse dieses Lebens. Der 84jährige M. David Schub veröffentlicht hebräische „Erinnerungen des Hauses David". Nach 70jähriger Arbeit an der Besiedlung Palästinas bringt der Gründer der Kolonien Rosch Pina und Mischmar Hajarden im oberen Galiläa in einer Fülle von Erinnerungen an Herzl und viele andere Personen, die in der Geschichte des Zionismus und der Palästinabewegung vor dreißig Jahren eine Rolle spielten, menschlich höchst interessantes und oft historisch wichtiges Material. F. M. Fraenkel Das größere Leben Im alten München lebte ein Mann, der wohl bedeutender war als viele, über die Bücher geschrieben wurden, ein seltsames, graulockiges Männchen, blaß, abgemagert, eine Stahlbrille vor den heimlich lächelnden Augen. Der kleine Doktor Salomon war so arm, daß man bei seinem Anblick ein Bangen spürte. Er scheute das Bekenntnis seiner Armut nicht, aber man hörte nie, daß er eine Hilfe suchte. Er schrieb feine, nachdenkliche Sachen, nur aus dem Gebiete der Theaterwissenschaft. Von den sehr bescheidenen Honoraren fristete er seine wunderliche Existenz. Ein mächtiger Gönner verschaffte ihm zu jeder Premiere des Hoftheaters einen Freiplatz, und er erschien immer in dem allbekannten, ganz unfeierlichen Anzug: in einem kurzen, gelblichen und verschossenen Sommerüberzieher und einer so kurzen Hose, daß eine richtige Kniehose konsequenter gewesen wäre. Doktor Salomon sparte das Garderobengeld, 127

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