Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- Heft 2 (Mai 1938)
- Article
- Stimmen über der Zeit
- Date
- 1938-05-01
- Page
- 47 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Stimmen über der Zeit statt geben für deines Fußes Sohle, und der Ewige wird dir dort geben ein zitternd Herz und schmachtend Aug und zage Seele. Und dein Leben wird dir fern von dir hangen, daß du in Angst bist Nacht und Tag und deines Lebens dich nicht sicher glaubst. Am Morgen sprichst du: „Ach daß es Abend wäre!" und am Abend: „Ach wär es Morgen!", ob der Angst deines Herzens, die dich schreckt, und ob des Anblicks deiner Augen, den du schaust. (5. M. 28, v. 30-32,37,65—67) Die Stimme eines Vermächtnisses: Wenn sie gegen dich sündigen — denn da ist kein Mensch der nicht sündigt! — und du zürnst über sie und gibst sie dem Feind hin, daß ihre Bezwinger sie ins Feindesland gefangen führen, fern oder nah, und sie es sich zu Herzen nehmen in dem Land, dahin sie fortgeführt sind, umkehren und zu dir flehen im Land ihrer Bezwinger und sprechen: „Wir haben gesündigt, haben uns verfehlt, haben gefrevelt", und wenn sie zu dir umkehren mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele im Land ihrer Feinde, die sie gefangen fortgeführt haben, und sie zu dir beten in Richtung ihres Landes, das du ihren Vätern gegeben, der Stadt, die du erwählt hast, und des Hauses, das ich deinem Namen erbaut habe, so höre im Himmel, der Stätte deines Sitzes, ihr Gebet und ihr Flehen, und tu ihnen ihr Recht und verzeih deinem Volk, was sie gegen dich gesündigt, und alle Untreue, die sie gegen dich verübt haben, und gib sie zur Erbarmung vor ihren Bezwingern, daß die sich ihrer erbarmen. Denn dein Volk und dein Besitz sind sie, die du aus Mizraim herausgeführt hast, aus dem Eisenschmelzofen-- (I.K. 8, v.46—51) Und der Ewige sprach zu ihnen: „Gehört habe ich dein Gebet und dein Flehen, das du an mich gerichtet hast." (9,v.3) Die Stimme der Deutung: In schwachem Schelten hab ich dich verlassen, In starker Liebe hole ich dich heim. Im Zorneszucken barg ich mein Antlitz ein Nu vor dir; In ewger Treue lieb ich dich, spricht dein Erlöser, der Ewige. (Jesch.54, v.7—8) Denn nicht sind meine Pläne eure Pläne, Nicht eure Wege meine Wege, ist des Ewigen Spruch. Wie hoch die Himmel ob der Erde ragen, so überragen meine Wege eure Wege und meine Pläne eure Pläne. Denn wie der Regen fällt vom Himmel und der Schnee Und dorthin nicht zurückkehrt, 47