Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- Heft 1 (April 1938)
- Article
- Franzosen zur Judenfrage
- Date
- 1938-04-01
- Page
- 42 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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liehen und jüdischen Schicksal unserer Tage. Die psychologischen Ursprünge und die soziologischen Erscheinungsformen des Antisemitismus stellt Rene D u p u i s dar. Ein zweiter Teil versucht die tieferen Ursachen des Antisemitismus aufzudecken. Aufschlußreich sind die „Reactions devant Israel" eines Geschäftsmannes, Pierre Gastineaud, der seine Haltung zu den verschiedenen Argumenten des Antisemitismus als ein „Frangais parmi d'autres" darlegt. Ein junger Jude, Arnold Mandel, beschreibt „Les characteres antinomiques juifs", vor allem auch in ihrer Beziehung zur Umwelt. Ein Musterbeispiel für die Gestaltung der Judenfrage unter besonderen regionalen Bedingungen gibt Raymond Postal in seinem Essay über die Juden des Elsaß. Aus der Gedankenwelt des Kalvinismus kommt eine Betrachtung über „Vocation et destin d'Israel" von Denis de Rougemont. „Une terre? Une langue?" Auf diese Fragen sollen einige Beiträge Antwort geben, die sich mit dem Phänomen des Zionismus beschäftigen. Robert Montagne, langjähriger Direktor des Institut Frangais in Damaskus, behandelt eingehend „Le probleme politique du Sionisme". Beginnend mit Ursprung und Entwicklung der Bewegung schildert er die zionistische Leistung und untersucht dann vor allem die arabische Reaktion und das Verhältnis der beiden Nationalismen zueinander, um mit einem AusblicK auf die Zukunft des Zionismus zu enden. Eingeschaltet ist eine kurze Note über Biro-Bidjan, die mit der Feststellung endet: „Le Biro- Bidjan apparait comme un cas typique de colonisation juive depourvue de tout souci spirituel." Der bekannte jüdische Dichter und Schriftsteller Andre S p i r e liefert einen Beitrag „Valeurs spirituelles du Sionisme",und Simon Lando weist auf die Wiedergeburt der hebräischen Sprache hin. Eine christliche Stimme zu der Erscheinung des Zionismus vernehmen wir vonStephen Campbell, einem katholischen Engländer, der gegenüber gewissen materialistischen Erscheinungen in Palästina die geistige Bedeutung des Zionismus als einer Vorbereitung der messianischen Zeit hervorhebt. Entsprechend dem Charakter des Buches bildet seinen letzten Teil „Le drame spirituel d'Israel": In einem großangelegten Überblick behandelt Georges C a 11 a u i „Instances d'Israel": den Glauben Abrahams, das Gesetz Mosis, Davids Buße und Gebet, die Profeten als Boten des Messias, die Glorie im Exil, Diaspora, Kabbala und Rationalismus, und schließlich „Zeichen der Rückkehr". Eine besondere Note trägt der Aufsatz „La conversion d'Israel" von der Hand des bekannten Jesuitenpaters J. Bonsirven. Wenig erfreulich, aber aufschlußreich ist das Bekenntnis „Etre Chretien" des zum Katholizismus übergetretenen Rene Schwöb. Wie aus diesen kurzen Andeutungen hervorgeht, handelt es sich um ein interessantes Buch, das in sich eine ganze Debatte über die Judenfrage in allen ihren Teilen enthält, beleuchtet von den verschiedensten Gesichtspunkten aus. Wenn auch offenbar katholische Gedanken die Zusammenstellung des Ban- 42