Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- Heft 1 (April 1938)
- Article
- Nachum Slouschz, ein jüdischer Forschungsreisender [Rezension]
- Date
- 1938-04-01
- Page
- 40 (sequence 2)
- Language
- German
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zu haben: er hat auf die Verbindungen der Juden mit den Phöniziern bei der jüdisch-nordafrikanischen Kolonisation hingewiesen, hat die Heldengeschichten der Königin Kahina den hebräischsprechenden Kindern Erez Israels vorgetragen, Reste jüdischer Dichtung aus den Bergen Tripolis' veröffentlicht, der Vorgeschichte dieses, jüdischen Stammes nachgespürt, die Namen ihrer Rabbiner und Gelehrten zu sammeln versucht, Grabinschriften gedeutet, die jüdischen Dialekte mit denen der dortigen Araber und denen der Berber verglichen, hat kreuz und quer durch Nordafrika in vielen Gesprächen, Reisen und Besuchen Material zusammengetragen zur Bereicherung der jüdischen Wissenschaft. Neben ihm und vor ihm haben viele andere das gleiche getan; was uns jedoch Slouschz' Aufzeichnungen und Forschungen wesentlich macht, ist seine jüdische Gesamtkonzeption, die ihn bei seiner Beschäftigung mit der phönizischen Sprache und Geschichte nicht vergessen läßt, daß wir Juden einmal ein Volk auch des Meeres waren, ein Mittelmeervolk: unsere Schiffe zogen in die Weite, unsere rodanitischen Kaufleute brachten zwischen jüdischen Siedlungen ferner Länder Verbindung und Kunde. Wird es uns gelingen, das Band zwischen den Zerstreuten Israels mit neuen Mitteln wieder ebenso zu kräftigen? Fritz Meir Fraenkel M. Z. Segall, Dikduk Leschort Ha- Mischna. Dwir-Verlag,TelAvw 1938. Raw Mosche Zevi Segall, Professor der Universität Jerusalem, ist als Verfasser einer Arbeit über hebräische Phonetik und als Herausgeber einer Ben Sira-Ausgabe hervorgetreten. Das vorliegende Buch handelt von der Grammatik der Mischna-Sprache, die bisher sowohl aus Gründen der Beschäftigung christlicher Theologen mit der Bibel, als auch infolge der Mißachtung, die die Haskalazeit dem talmudischen Schrifttum entgegenbrachte, im Hintergrund stand. Was Mendele Mocher Sefarim, Menachem Leppin aus Satanov und später Agnon zur Rehabilitierung jenes Stils getan haben, das versucht M. Z. Segall wissenschaftlich auf dem Gebiete der Grammatik, wobei er sich der Vorarbeiten eines Abraham Geiger, eines Strack etc. selbst da bedienen kann, wo er, z. T. mit neuer Begriffsbildung, andere Wege geht. F.M.F. Adolph Donath, „Wie die Kanstfälsdier arbeiten". Verlag Dr. Eduard Grägr, Prag 1937. Dies ist das letzte Werk des Verfassers der „Judenlieder". Es bringt noch einmal Adolph Donaths reiches Wissen auf dem internationalen Kunstmarkt zur Geltung: über vierzig Jahre Gelehrtenarbeit, aufmerksames Studium der Weltkunst, reiche Kenntnisse auf dem Gebiet der „hohen" Kunst und des Kunstgewerbes vereinigen sich in diesem Buch, dem der Verlag ein instruktives Material an Abbildungen beigibt. Das Material, das vor uns aufgerollt wird, ist ebenso erschöpfend beherrscht wie interessant seinem Stoffe nach. Der persönliche, im guten Sinn journalistische Stil von 40