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Der Morgen · 1938-04-01 · Heft 1 (April 1938) · p. 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
14 (1938)
Issue
Heft 1 (April 1938)
Article
Alte Bücher
Date
1938-04-01
Page
39 (sequence 2)
Language
German
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es der Raum, so könnte ich hier erzählen, was ich über Jerobeaml. gelesen habe und über die Wunder der Welt. Selbst über den Bezoarstein habe ich etwas gefunden und bin in die Geheimnisse des Reisens im 19. Jahrhundert eingedrungen, mit Hilfe eines kleinen polyglotten Handbuchs. Dank diesem Büchlein kann ich nun französisch, italienisch, spanisch und portugiesisch fragen, ob die Reise in einer Sänfte, einer Kutsche oder auf einem Maulesel vor sich gehen wird. Ich kann den Fahrer davon verständigen, daß der Wagen sich überschlagen habe oder daß die Räder in Flammen stünden, und kann ihn darauf aufmerksam machen, daß sein Pferd hingefallen sei. Ich kann einen Vorübergehenden ohne große Schwierigkeit fragen, ob er Waise sei (oder Tischler). Ich kann mir Schuhe bestellen aus Saffian, Schwedisch Leder, Taffet oder Seide, und zwar apfelgrün, rosenfarben, gelb, purpur oder violett. Ich kann über kaltes Fieber klagen, Hofmannstropfen kaufen und ein Haus mit einem Taubenschlag mieten. Ich kann — ach, ich will Ihnen nicht alles aufzählen, was ich neuerdings kann, ich will Sie nur bitten, mir zu glauben, daß ich wirklich eine Menge gelernt habe. Da stehen die alten Bände nun auf den Brettern meiner Bibliothek und blinzeln erstaunt in das Licht eines neuen Tages. Sind es Schätze, die ich da gehoben habe? Ich weiß es nicht. Denn ich bin, wie gesagt, kein zünftiger Bibliophile, und dessen leidenschaftlicher Glaube ist mir fremd. Aber morgen gehe ich wieder auf die Suche, und vielleicht finde ich dann auch das Wörterbuch, das ich ursprünglich suchte. Vielleicht. .. VeraCraener Nachtun Slouschz, ein judischer Forschungsreisender Ein palästinensisches Komitee hat sich zur Herausgabe der Schriften von Nachum Slouschz entschlossen und jetzt den ersten Band der Reisebücher herausgegeben, betitelt „M eine Reisen im Lande L y b i e n". Diese Reisen führten den Forscher von Tripolis aus durch die Wüste Sahara zu den jüdischen Troglodyten in Beni Abass und zu den Bergjuden in den Bergen Nefussas, wo sich als Umgangssprache die Leschon Hakodesch schel Hadjebel — die heilige Sprache des Berges —, ein lebendiger, wenn auch auf dem Aussterbeetat stehender hebräischer Dialekt erhalten hat. Die Reiseberichte hat Slouschz in verschiedenen Sprachen, englisch, französisch und hebräisch (in den „Reschummot" Bialiks) im Laufe der Jahrzehnte veröffentlicht. Jetzt erscheinen sie, neu bearbeitet, hebräisch. Dem Buch, das der Verfasser der Erforschung der nordafrikanischen Judenheit gewidmet hat, sind Landkarten und Abbildungen beigegeben. Es umfaßt 260 Seiten. Weitere sieben Bücher sollen in 12 Bänden folgen. Slouschz' Verdienst ist es, die jüdische Wissenschaft und die jüdische Welt wieder mit diesen versprengten und kulturgeographisch entfernten Teilen des jüdischen Volksganzen in engere Fühlung gebracht 39

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