Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 13 (1937-1938)
- Issue
- Heft 12 (März 1938)
- Article
- Leone Ebreo englisch
- Date
- 1938-03-01
- Page
- 531 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 1× ep/1002670
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„Es spricht viel dafür, daß die „Dialoge" hebräisch geschrieben waren, worin der Autor (wie seine Gedichte zeigen) ein vollendeter Meister war; aber in diesem Falle muß das Original verloren gegangen sein, denn die erhaltene hebräische Fassung ist offensichtlich eine Übersetzung. Moderne spanische Autoritäten bemühen sich aus patriotischen Gründen, das Werk der Sprache des Landes zuzurechnen, aus dem sein Verfasser vertrieben wurde. Aber es gibt noch eine andere Alternative, die bisher •nicht in Betrachtung gezogen worden ist. Die natürliche Sprache, in der ein spanischer Jude jener Epoche über weltliche Dinge geschrieben haben würde, war Ladino oder Castilianisch in hebräischen Buchstaben. Nun gibt es im British Museum ein Manuskript des Werkes, von dem es, obgleich es nicht aus der Zeit Leones stammt, aus inneren Gründen nicht unwahrscheinlich ist, daß es den Originaltext des Autors darstellt. Diese Hypothese wird vorgebracht, da sie wenigstens wert ist, weiterer Prüfung unterworfen zu werden." Von kulturgeschichtlichem Standpunkt aus wäre es zu begrüßen, wenn die Forschung in diese Frage weiteres Licht bringen würde, denn es ist von nicht nur ^akademischem Wert, zu wissen, in welcher Sprache ein Jude Werke schreibt, die für die Entwicklung von Bedeutung werden. Auch diese — scheinbar so kleine — Frage rührt an die Wurzeln unserer Existenz: wie mischen sich in uns eigene mit Umweltkräften, und wievieler Zwischenschaltungen bedürfen wir, um unsern Gedanken und Gefühlen Form zu geben? Gerhardt Neumann Zur Geschichte der Jaden in Frankreich Nach den mancherlei Versuchen, die gesamte Geschichte der Juden darzustellen, und nach vielen Einzelstudien beschäftigt man sich heute mehr mit festbegrenzten Gebieten, Städten und Ländern und bemüht sich, die wechselnden Schicksale einer Judenheit in ihrer Umgebung zu erkennen. Die Geschichte der Juden in Deutschland hat Elbogen vor wenigen Jahren aufgezeichnet; ihr folgt nun eine Geschichte der französischen Juden von Leon Berman1). Das Material, x) Leon Berman, Grand Rabbin de Lille: Histoire des Juifs de France des origines ä nos jours. Paris, Librairie Lipschutz (1937). das der Verfasser einer Geschichte der französischen Juden zu bewältigen hat, ist außerordentlich umfangreich. Spielte doch Frankreich im jüdischen Mittelalter eine hervorragende Rolle, Raschi und seine Nachkommen (die Tossafisten) und Schüler wirkten dort, und viele Bewegungen der Neuzeit gingen von Frankreich aus. Vorarbeiten, eingehende Studien, Monographien und kleine Forschungen wissen den Weg; doch der Verfasser dieser neuen Geschichte — das muß schon zu Beginn gesagt werden — ist seiner Aufgabe nicht gewachsen. Auf über 500 Seiten häuft er das in kleinste regestenhaft mit Überschriften ver- 531