Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 13 (1937-1938)
- Issue
- Heft 10 (Januar 1938)
- Article
- Die drei Männer im Feuerofen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- 427 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Herbert Connor: Bilder und Gleichnisse Und der König: — wie Asche zerfiel Seine Krone, sein Schwert und sein Reich: Einer hatte die Hand im Spiel. Und dem Einen war er nicht gleich. Einer, der über den Königen steht, Einer von Ewigkeit her. Einer, der mit ihm zu Rechte geht: Einer — und keiner mehr! — Herbert Connor: Bilder and Gleichnisse „Alles Unechte ist groß und auffallend und alles Echte klein und bescheiden", philosophierte der Kieselstein, als er einmal im Leben das Glück hatte, neben einem Klumpen Gold zu liegen. * „Merkwürdig", dachte der Krug, als er auf einen Stein fiel und in tausend Scherben zerbrach, „daß es sich ganz gleich bleibt, ob der Stein auf mich fällt oder ich auf den Stein falle. Immer bin ich allein der Leidtragende!" * \ Der Versucher flüsterte einem Menschen etwas ins Ohr. „Nur einmal nachsprechen", bettelte er. Zögernd sprach der Mensch das Wort nach. „Lauter", bat der Versucher. Als das Wort ganz laut ausgesprochen war, wurde es unversehens zur Tat. * Jemand sprach in Gegenwart Laotses schlecht von einem Dritten. Laotse deutete auf ein Messer, welches auf dem Tisch lag, und sagte: „Die Schärfe dieses Gegenstandes ist es, die ihn zugleich nützlich und gefährlich macht. Nimm ihm seine Gefährlichkeit, und du nimmst ihm damit auch seine Nützlichkeit. Ähnlich steht es mit dem Charakter des Menschen. Nimm ihm seine Fehler, und du beraubst ihn damit gleichzeitig jener Tugenden, welche sein bestes Teil ausmachen." * Ein Geistlicher, der in Gesellschaft einen Dichter sprechen hörte, wunderte sich darüber, daß dieser so viel Anklang fand, während bei ihm selbst die Leute in der Kirche gähnten. Er fragte jemanden aus dem Publikum, was ihm denn eigentlich so sehr an dem Dichter gefiele. „Daß er immer von Gott spricht, ohne ihn je mit Namen zu nennen", lautete die Antwort. 427