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Der Morgen · 1937-10-01 · Heft 7 (Oktober 1937) · p. 299

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Journal
Der Morgen
Volume
13 (1937-1938)
Issue
Heft 7 (Oktober 1937)
Article
Der Schuhkarton
Date
1937-10-01
Page
299 (sequence 7)
Language
German
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Hans Bach: Der Peel-Bericht konsterniert. Aber sie gehen jetzt, da es sich leider doch nicht mehr ändern läßt, mit gutem Beispiel voran und zeichnen eine Riesensumme. Meine Damen und Herren, Sie fragen wofür? Das ist sehr bedenklich, allerdings — haben Sie Ihr Herz etwa auch in einen Käfig gesperrt? — Meine Damen und Herren, es ist gar nicht wahr, das Herz ist noch im Käfig, und der Bürovorsteher; Mayerlein, Erfinder der gelöteten Hilflosigkeit, hat — knick — knack — den Kopf verloren. Wir beenden unsern Traum. — Tausend Juden laufen durch diese Stadt, unterm Arm den Schuhkarton. Guter Freund, ich mache dich verantwortlich für jeden, der den Kopf verliert. Für jeden von den tausend, guter Freund! Die Kommission Tinter dem Vorsitz des Earl Peel, die England anläßlich, der Palästina-Unruhen des letzten Jahres in das Land entsandte, hat bekanntlich eine Teilung des Landes vorgeschlagen, deren Ob und Wie im Mittelpunkt einer weitbin ausstrahlenden Diskussion steht. Über dieser Hauptfrage ist der sonstige Inhalt des Berichts, den die Kommission erstattet bat, einstweilen in den Hintergrund getreten. Nun liegt das ganze umfangreiche Dokument in deutscher Übersetzung vor, herausgegeben vom Schocken-Verlag, — eine verlegerische Musterleistung. Dieser Bericht ist ein Dokument historischen Ranges, gleich bemerkenswert an Reife des politischen Blicks wie an Glanz literarischer Form und an freimütiger Ünvoreingenommenheit der menschlichen Haltung, Zeugnis eines Volkes, das zu herrschen gewohnt und begabt ist, Frucht einer Bildung, der Kenntnisse auf allen Gebieten, Erfahrungen rund um den Erdkreis mühelos gegenwärtig sind, — ein Werk, nicht unwert daran zu studieren, was Politik sein und leisten kann. Man darf hinzufügen, daß wohl Grund besteht, auf das Porträt jüdischen Wesens und Wirkens in Palästina, wie es sich selbst mit seinen Schattenseiten in diesem Dokument spiegelt, stolz zu sein. Das Buch wahrt auch in der äußeren Form die Eigenart eines Berichts: eingeleitet von den königlichen Vollmachten an „Unsern sehr Getreuen und Hochbeliebten Vetter und Ratgeber" und die übrigen ebenso altertümlich höfisch titulierten Mitglieder der Kommission, mit einer Vorrede, die von den Einzelheiten der Überfahrt und des Aufenthalts erzählt, schließend mit Anerkennungen der namentlich genannten Mitarbeiter bis zu den Stenotypistinnen und der Polizeieskorte, gliedert es sich in seinem sachlichen Hauptstück übersichtlich in drei Teile: „Das Problem" — die historischen und sachlichen Grundlagen des gegenwärtigen Zustandes —, „Die Ausführung des Mandats" und „Die Möglichkeit einer dauerhaften Lösung". Aus emer gedrängten Fülle von Darstellung, Gutachten, Zeugenaussagen, Belegen, Statistiken und Karten ersteht ein Bild Palästinas, wie es so lebendig selten, so vollständig, wenn auch natürlich von einem Standpunkt aus, der von dem jüdischen beträchtlich abweicht, bisher nie Hans Bach: Der Peel-Bericht 299

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