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Der Morgen · 1937-09-01 · Heft 6 (September 1937) · p. 268

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
13 (1937-1938)
Issue
Heft 6 (September 1937)
Article
Die Autographen- und Porträtsammlung der Nationalbibliothek in Jerusalem
Date
1937-09-01
Page
268 (sequence 2)
Language
German
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erbeer, Rubinstein, I. F. Halevy, Offenbach, Mahler, die Rachel, Sarah Bernhardt, Sonmenthal, Josef Israels, Max Liebermann, Pissaro usw. Durch Vergleich ununterschriebener mit unterschriebenen Manuskripten konnte die Nationalbibliothek bereits die Autoren einiger anonymer Manuskripte identifizieren. Für eine Graphologie der hebräischen Schrift bzw. für die Untersuchung der Frage, ob sich bei jüdischen Handschriften auch in der nichthebräischen Sprache gewisse Züge manifestieren, die als spezifisch jüdisch anzusprechen sind, enthält die Sammlung reiches Material. Durch die angegliederte Porträtsammlung werden die Handschriften gleichsam illustriert. Sie würde für eine Aufrollung der Frage nach dem Typen wandel des jüdischen Gesichtes gediegene Grundlagen bieten. Es ist auch nicht uninteressant zu erwähnen, daß gerade auf diesem Gebiete eine besondere Art von Fälschungen nicht selten ist. Es befindet sich z. B. in der Sammlung ein Porträt mit dem polnischen Aufdruck „Mendelson filosof", das in Wirklichkeit Melanchthon darstellt. Ein Bild von Popper- Lynkeus wurde neulich in einer großen amerikanischen Zeitung als ein Porträt Sigmund Freuds gebracht Bernhard Jaffe~, Vorposten der Wissensdiaft. Durdi die Werkstatt der großen Forsäier in Amerika. Verlag Julius Kittls Nachfolger, Leipzig—Mährisch-Ostrau 1937. Um sechs hervorragende amerikanische Forscher gruppiert der Verfasser Berichte über den jetzigen Stand ihrer wissenschaftlichen Sondergebiete, sämtlich der Biologie im weiteren Sinne zugehörig: allgemeine Medizin, innere Sekretion, der Kampf gegen den Krebs, die Vitamine, Anthropologie und schließlich die Vererbungslehre bilden die Einzelthemen. Das Thema des ganzen Buches umreißt der Verfasser im Vorwort ganz kurz mit zwei Fragen: „Was wurde bisher erreicht, und welche Probleme bleiben der Wissenschaft noch zu lösen übrig?" Um sie zu beantworten, hat Jaffe sich monatelang in den wichtigsten Forschungsinstituten und bei deren Leitern aufgehalten, und man glaubt ihm aufs Wort, daß er mit einem wahrhaft ungeheuren Material an Notizen, Zeitschriften, Broschüren, Büchern und Bildern zurückgekehrt ist. Es bedeutet ein außerordentliches Lob für den Autor und seine Arbeit, wenn festgestellt werden kann, daß die Sichtung dieser Fülle, die Formulierung der Ergebnisse in gemeinverständlicher und dabei auch den halbwegs interessierten Laien fesselnder Art durchaus gelungen ist. Auch die Gerechtigkeit kommt nicht zu kurz, mit der der Vorläufer, der Bahnbrecher und auch der Mitarbeiter stets gedacht wird. Manche jedem von uns vertraute Namen tauchen da natürlich auf, und der europäische Leser wird nicht ohne Erschütterung sich klar machen, wie sehr die Kriegs- und Nachkriegsnot in Europa es den mit so ungeheuer reichen Mitteln arbeitenden amerikanischen Forschungsstätten erst ermöglicht hat, den alten Kontinent vielfach zu überholen, auf dem doch eigentlich alle entscheidende Vorarbeit geleistet worden ist. E. E. 268

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