Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 13 (1937-1938)
- Issue
- Heft 6 (September 1937)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1937-09-01
- Page
- 262 (sequence 1)
- Language
- German
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Adolf Reifenberg, Denkmäler der jüdischenAntike. Schocken-Bücherei Nr. 75j76, Berlin 1937. Die rege Diskussion um eine jüdische Kunst führt immer wieder dazu, den Anfängen der Kunst bei den Juden nachzugehen. Diese Fragen wurden bisher nur in besonderer Fachliteratur behandelt oder im Zusammenhang . jüdischer Kunstgeschichte überhaupt erörtert. Einmal allein die Denkmäler der jüdischen Antike zusammenzustellen, sie in die Erscheinungen der Umwelt einzuordnen und mit diesen zu konfrontieren, ist das Verdienst des Doppelbändchens der Schocken- Bücherei, dem der Jerusalemer Professor L. A. Mayer eine Einleitung gibt. Adolf Reifenberg wirft einen knappen, aber alle Gebiete umfassenden Blick über die Anfänge der jüdischen Kunst; 63 ausgezeichnete Bildtafeln unterstützen die Anschaulichkeit der Darstellung. Rund zweitausend Jahre jüdischer Geschichte werden in ihren künstlerischen Äußerungen erfaßt und eingeordnet in die allgemeine historische, politische und kulturelle Entwicklung. Die Kapitel eint eilung: Die Frühzeit — Die persisch-hellenistische Zeit — Die Zeit der Makkabäer — Die herodianische Zeit — Die Blütezeit der synagogalen Kunst — Die Kunst der Katakomben — Glas — Lampen — läßt erkennen, daß in der jüdischen Antike, eigentlich bis in die frühchristliche Zeit hinein, nicht eine bestimmte Kunstgattung im Mittelpunkt der Betrachtung stehen kann, sondern daß die Gegebenheiten der Umwelt, politischer Aufstieg oder Niedergang, auch die Kunstäußerungen selbst bedingen. Das Zusammentreffen und die Auseinandersetzung mit der Kunst der Ägypter, Babylonier, der Mittelmeervölker in der Frühzeit wird aufgewiesen. Durch die neuesten Ausgrabungen bei Samaria erhalten wir erste Aufschlüsse über jüdische Architektur, in den Elfenbeinplättchen vom Elfenbeinpalast Ahabs haben wir es vielleicht mit echter israelitischer Arbeit zu tun. Von der persisch-hellenistischen bis zur herodianischen Zeit sind Darstellungen auf Münzen besonders aufschlußreich für die jeweilige politische Situation der Juden. Die Jerusalemer Grabbauten der Makkabäerzeit, die in galiläischen Synagogen weiterwirken, werden ausführlich behandelt, ebenso die Münzprägung dieser Zeit; tritt doch gerade auf den Münzen des letzten Makkabäerkönigs zum erstenmal der siebenarmige Leuchter auf, der später das Wahrzeichen des Judentums und das Hauptgut jüdischer Ornamentik werden sollte: „Symbole kennzeichnen von nun ab in steigendem Maß Gegenstände als jüdisch." Für die Blütezeit der synagogalen Kunst gibt Reifenberg wesentliche allgemein - kunsthistorische Aufschlüsse, denn von hier gehen wichtige Einwirkungen auf die abendländische frühchristliche Kunst aus: ikonographische Hinweise geben die Fresken von Dura Europos, die Anordnung der Tora in einer Nische weist auf dieApsis, — „der basilikale Typus des Gotteshauses gelangte zuerst im jüdischen Palästina zur Ausprägung". Ober Anlage und Darstellungen der Katakomben, besonders in Rom, über die eigenartige Technik der Goldgläser und den Anteil der Juden 262