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Der Morgen · 1937-08-01 · Heft 5 (August 1937) · p. 223

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Journal
Der Morgen
Volume
13 (1937-1938)
Issue
Heft 5 (August 1937)
Article
Der Unterschied
Date
1937-08-01
Page
223 (sequence 1)
Language
German
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die junge jüdische Generation in Deutschland auf ihre Sondersituation würdig geantwortet" (Sommerfeld). Dieser Geist spricht auch .aus dem Heft für Jagur, das von wirklichem Neubeginn zeugt. Die Probleme der palästinensischen Jugendalijah und der Lehrwerkstätten stehen im Vordergrund. Obwohl schon eine mehrjährige Erfahrung vorliegt, muß doch immer wieder Neues erprobt werden, und die Gruppen haben sich erst im eignen Leben zu bewähren. Ein großer Teil des Heftes ist Ludwig Tietz und seiner Arbeit gewidmet: Lubinski schildert sein Leben mit der Jugend, die ihn bejahte und über alles trennende Äußere hinweg — denn Ludwig Tietz kam aus anderen Kreisen und war älter als die meisten, die sich an ihn wandten — das Fluidum seiner Persönlichkeit spürte. Von dem Kampf um die JewishAgency spricht Brödnitz, und Rudi Baer erzählt, wie die „Werkleute", die in ihrer soziologischen Herkunft Tietz in vielem ähnlich waren, sich ihm nach anfänglicher Distanzierung näherten, und wie Tietz ihrer Arbeit Richtung und Anregung gab. Eva Stern schreibt von dem Beginn der Jugendalijah, deren große Möglichkeiten Tietz erkannte und für die er mit der Kraft seines Einsatzes wirkte. Einst getrennte Gruppen verband er zu gemeinsamer Arbeit, Umschichtung und Hilfe fanden im Neubau ihre Fortsetzung, und allem stand Ludwig Tietz voran. Unter den Juden Deutschlands und in Palästina bleiben sein Name und seine Tat. Wenn er für „Menschen, die die Bedeutung des gegenwärtigen Geschehens nicht erfassen können, das Recht, das innere, wahre Recht, führend innerhalb der jüdischen Gemeinschaft tätig zu sein, verwirkt" fand, so setzte Ludwig Tietz seine Hoffnung dafür in die Jugend: „Sie muß sich selbst Klarheit verschaffen. Jeder spürt heute die Bedeutung seines Judeseins. Er muß darüber hinaus den Weg zur Wertschätzung seines Judentums finden" — in dieser Form spricht ein Fragment gebliebener unveröffentlichter Aufsatz aus dem Nachlaß eine Forderung aus, die am Beginn einer aufbauenden jüdischen Arbeit steht. F. Ar. Der Unterschied In einem jüdischen Heiratsvermittlungs-Bureau in Boston, wo man die Mission des Schadehen offenbar in sozialkritischem Sinne versteht, befindet sich, bezeichnender Weise in jiddischer Sprache, die folgende „Bekanntmachung": „Wenn ein Mensch heiratet, kriegt er entweder ein Weib oder eine Frau oder eine Gemahlin. Aus Liebe nimmt er ein Weib. Aus Bequemlichkeit eine Frau. Aus Ehrsucht eine Gemahlin. Sein Weib hat er für sich. Die Frau für seine Bekannten. Die Gemahlin für die Welt. Wird er krank, so sorgt für ihn sein Weib. So besucht ihn die Frau. Die Gemahlin erkundigt sich nach seinem Befinden. 223

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