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Der Morgen · 1937-03-01 · Heft 12 (März 1937) · p. 571

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Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 12 (März 1937)
Article
Zur Soziologie des biblischen Judentums [Rezension]
Date
1937-03-01
Page
571 (sequence 2)
Language
German
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Gefüge Palästinas hinein und finden dort das Nabitum vor, gestalten es aber um. In der Ürzeit ist noch nicht davon die Rede. Die Bezeichnung Abrahams, Moses und Deboras als Nabi (bzw. Nebia) ist eine spätere Konstruktion, die in tendenziöser Weise von einem nebiistischen Redaktor eingefügt wurde. In der späteren Zeit finden sich die Nebiim in Nordisrael in strenger Absonderung vom Hofe und in keiner Weise abhängig (Weber nimmt hier „Pfründner, die an des Königs Tafel lebten", an), während sie in Südjuda enge Beziehung zum Tempel und zum Königshause halten und zu den führenden Kreisen des Volkes gehören. Die Schriftpropheten stehen in scharfem Gegensatz zu diesen Nebiim (so z. B. Arnos 7, 14 u. a.) und weisen jegliche Gemeinschaft mit ihnen von sich. Man kann aber wohl nicht die Verbindung zwischen diesen beiden Arten der „Propheten" — oder, wie Buber sagt, „Künder" — so ablehnen. Die Frage des falschen Propheten, der ja doch von Gort betört ist (1. Kön. 22), ist auf diese Weise nicht im geringsten geklärt. Gehen und Es mag in einem gewissen Sinne stimmen, daß es heute keine Entfernungen mehr gibt. Aber was ist dann jenes Unbestimmte, das uns in den Augenblicken zu schaffen macht, da eben eine Spanne Raum, wenn sie auch rasener und weniger mühselig überwunden sein kann als früher, vor oder hinter uns hegt? Eine rätselhafte Spannung und Beziehung zu der „Entfernung" ist Auch an anderen Stellen hat das Buch Schwächen und Fehler. So ist die Gestalt des Samuel nicht zu ihrem Rechte gekommen; das hegt an einer Verkennung des Richtertums in einer Zeit der Theokratie. Ebenso ist die Datierung der Bileamsprüche, die in die früheste Geschichte Israels gehören, nicht richtig. Zu alle dem hätte Bubers Buch wertvolle Hinweise geben können. Einzelheiten wären noch zu nennen. Aber gerade in Einzelheiten wird viel Gutes und Interessantes geboten. Jepsen kennt sein Material genau und weist auf viele Feinheiten hin. Auch gehört er nicht zu jenen Nur-Soziologen, die über alles andere hinweggehen; doch hat er sich durch seine Abtrennung der späteren Propheten von dem „falschen"' und niederen „Nabi" den Weg zum richtigen Verständnis versperrt. Hier ist der Ort, an dem die jüdische Bibelwissenschaft einsetzen sollte, um zur Klärung der wichtigsten Erscheinung bibüschen Lebens beizutragen. Anfänge sind schon vorhanden, jedoch harren noch viele Probleme der Bearbeitung. F.Ar. Kommen geblieben, ein Abtasten der unbekannten Ferne mit den Werkzeugen des Herzens und des Kopfes, die Angst, die Freude, die Hoffnung und schließlich das Wiedersehen. Bahnhöfe, Flug- und Schiffshafen haben für uns in den letzten Jahren nicht nur ein anderes Gesicht bekommen, — dies Gesicht spielt in den Ablauf unserer Tagesbilder 571

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