Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 12 (1936-1937)
- Issue
- Heft 11 (Februar 1937)
- Article
- [Rezension] / -m-
- Date
- 1937-02-01
- Page
- 528 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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jahend zu antworten, — aber dennoch muß es ein Ja sein, ohne daß diese Entscheidung rational zu begründen wäre, sondern einfach aus dem Gefühl heraus, daß ein Ja mehr wert ist als ein Nein. Auch der Verfasser der hier angezeigten Schrift scheint sich von diesem Gefühl haben leiten lassen; denn sonst hätte er nicht eine „Utopie" geschrieben in einer Zeit, in der uns die Wirklichkeit mehr auf den Nägeln brennt als unsere schönsten Träume. Bauer rechnet ab mit dem Egoismus des Unternehmers in Palästina, der dem Arbeiter den Lohn verkürzt, und verkündet: „Im neuen Palästina hat die Arbeit das Recht, und notwendig ist ein unerbittlicher Kampf gegen jede Unterdrückung, Ausbeutung oder Zurücksetzung von Menschen, die mit ihrer Hände Arbeit ein Volk, ihr jüdisches Volk erlösen wollen/' Er rechnet ab mit einem Palästina, das nicht mehr zionistisch ist, sondern in unzählige weltanschauliche Gruppen zerspalten. Er wendet sich gegen die frondierenden Gruppen rechts und links, die das zionistische Ideal systematisch zerstören. Und auch wenn keine neuen Gedanken in dieser Polemik hervortreten, so bleibt das Bekenntnis zur reinen Idee doch schon etwas Leuchtendes in einer ideenlosen und ideenabgewandten Welt. Von der Kritik wendet sich Bauer zum Aufbau: er gibt den Entwurf einer neuen Organisationsordnung für den Zionismus, auf die hier im einzelnen nicht eingegangen sein soll. Die Tendenz geht darauf hinaus, stärker als bisheT zu zentralisieren und den Gedanken einer sozialen Demokratie zu verwirklichen, mit vielen Ideen der Nachkriegszeit, die in Europa sich nicht haben durchführen lassen. (Was nicht gegen die Ideen spricht..) Interessant ist übrigens, daß hier auch die Forderung der Arbeitsdienstpflicht (die hier „Nährpflicht" heißt) auftritt, an die anschließend weitere obligatorische Durchbildung im Makkabi gefordert wird. Schließlich setzt sich der Verfasser am Schluß für eine jüdisch-arabische Verständigung ein. Man sieht: es ist gar nicht so utopisch, was verlangt wird. Dennoch kann die Prognose für die Verwirklichung leider nicht günstig sein. Welche Gruppe würde den Anfang machen? —m— Jahresabonnement des „Morgen" M 12.— . Einzelheft M 1.—. Für Bezieher im Ausland erfolgt Umrechnung in Reichsmark nach der Währung des Landes. Zahlungen sind auf das Postscheckkonto der Philo Verlag u. Buchhandlg. GmbH. Berlin Nr. 83512 zu leisten. Manuskripte und Zuschriften sind an die Schriftleitung des „Morgen", Berlin W75, Pariser Str. 44 zu senden. / Für Manuskripte, die von der Schriftleitung nicht angefordert wurden, wird keine rechtliche Haftung übernommen; sie werden nur dann zurückgesandt, wenn Rückporto beiliegt. / Jeder Seitrag erscheint unter eigener Verantwortung des Verfassers. Nachdruck der Aufsätze ist nur mit Genehmigung der Autoren und des Verlages gestattet. Schriftleitung: Hauptschriftleiter: Dr. Eva Reichmann-Jungmann J stellvertretender Hauptschriftleiter: Dr. Hans Bach, beide Berlin Verlag: Philo-Verlag und Bucnhandlung GmbH, Berlin W 15 Druck und Anzeigenannahme: Max Lichtwitz Berlin SW19. — DA. III. Vj. 1100 Die Schriftteitung ist, um die Verbindung zwisenen Lesern und Autoren aer Zeitschrift zu stärken, gern bereit, Briefe an die Mitarbeiter weiterzuleiten.