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Der Morgen · 1937-02-01 · Heft 11 (Februar 1937) · p. 525

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 11 (Februar 1937)
Article
Jakob Picard [Rezension]
Date
1937-02-01
Page
525 (sequence 2)
Language
German
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die einst wieder Dörfer und Gärten blühen werden. In das Land seiner Kindheit führt wieder der „Gezeichnete". Aufs neue zeichnet Picard den Boden seiner Heimat mit feinen Schattierungen, streift ein verlangender Blick auf vergangene Tage, — wir selbst können nicht mehr dorthin zurück. Mit behaglicher epischer Freude, mit Liebe zu den verwandten Menschen erzählt Picard von Leid und Freud der Juden unter den Schwarzwaldtannen und im Rhöngebirge, wie sie durch winzige Fügungen religiös erweckt werden, sich selbst bei einer Sünde ertappen, um durch Buße und Wohltaten zu sühnen; Ehrfurcht vor Gott und Gerechtigkeit sind in den einfachen Seelen dieser Händler und Ärmsten wach, sie fürchten das Auge des Ewigen und sind in Liebe ihrer Kehilla verbunden. Weil ein Ringen um ethische Werte in ihnen spürbar ist, sind diese Geschichten mehr als Erzählungen heimatlicher Gebundenheit, streifen sie ans Legendäre und gewinnen symbolische Bedeutung. Picard ist streng gegen sich und seine Form, ehrfürchtig vor der Sprache; das Gefüge seiner Sätze ist abgewogen und ausgeglichen, ein „dichtes" Gewebe; oft liebt er selbst hervorzutreten. Nur die Erzählung „Raphael und Recha" verliert durch ihre Länge an Wirkung. Von diesen Geschichten mit ihrem fein abgestimmten Klang geht eine Wärme aus, die in unseren Herzen wieder Wärme erweckt, eine freudige Stille, der man sich gern und erinnerungsvoll hingibt. Max Spanier. Jaden aus Simsons Geschlecht Salman Sdineur, Noah Pandre. Ein Roman. Aus dem Jiddischen übersetzt von Grete Fischer und Joseph Leftwidi, Brandussche Verlagsbudihandlung, Berlin 1937 scheinung selbst) waren dazu an- Wer etwa von Mendele Mocher S'farim oder von Perez herkommt, der ist geneigt, sich unter den Juden des Ostens zumeist Gestalten wie die hohlwangigen, geistersichtigen Kabbalisten aus den Chassidischen Erzählungen vorzustellen; denkt er sie sich aber ohne Feiertagskaftan, dann entpuppen sich aus ihnen dürftige, armselige Gesellen wie etwa Reb Mendele selbst und sein Freund Alter Jaknehas, die am glühheißen Sommertag auf dem Wagen sitzen und in Tallit und Tefillin die Bußgebete des Fasttags im Tammus vor sich hin summen. Erst Bialiks kraftstrotzender Arjeh Baal Gut" (wie übrigens Bialiks eigne, bäurisch derbe Ergetan, den Westjuden ein anderes Bild zu vermitteln. Und fast noch eindringlicher tut es jetzt der Erbe und Schüler Chaim Nachman Bialiks, Salman Sehn cur. Von den größeren Werken aus der umfangreichen hebräischen und jiddischen Lebensarbeit dieses Dichters ist bisher nur der Roman des Metzgers und Fuhrmanns Noah Pandre ins Deutsche übertragen worden; in Kürze sollen einzelne Novellen aus den „Schklower Spitzbuben*' und der große Roman „Der Kaiser und der Rabbi" folgen, der die seltsame Geschichte von Napoleon und dem Gaon von Wilna behandelt. Schon die Handwerkerge- 625

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