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Der Morgen · 1936-12-01 · Heft 9 (Dezember 1936) · p. 430

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 9 (Dezember 1936)
Article
[Rezension]
Date
1936-12-01
Page
430 (sequence 2)
Language
German
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terisiert durch den Versuch, den Weg zu Gott von unten nach oben zu suchen, d. h. das kritische Denken steht im Mittelpunkt des Geschehens und will der Religion vorschreiben, welche Region sie bestenfalls im Dasein des Menschen einnehmen darf. Behandelt werden in dem vorliegenden Band die rationalistisch gerichteten Denker der nachmendelssohnschen Zeit: Saiomon Formstecher und Samuel Hirsch. In eingehender Untersuchung wird dargelegt, wie sehr der erste vom System Sendlings, der zweite von dem Hegels abhängig ist. Andererseits wird auch in überraschenden Wendungen darauf aufmerksam gemacht, an welch entscheidenden Punkten die beiden Denker gezwungen sind, von ihren Vorbildern abzuweichen, um den Sondergehalt der jüdischen Religion aufweisen zu können. Schoeps erweist sich in diesem Buch als ein guter Kenner der Problematik innerhalb der jüdischen Religionsphilosophie, als ein Könner im Hinblick auf die Entwirrung der vielverschlungenen Fäden, die vom jüdischen Denken zu dem der Umwelt führen. Er verfügt über eine breite Kenntnis auf dem Gebiet der allgemeinen Philosophie und Religionssystematik und über ein überraschend intimes Wissen im Bereich der protestantischen Theologie. Die Arbeit, die trotz eines ausgesucht faszinierenden Stils über die Unfruchtbarkeit und innere Leere der behandelten Epoche nicht hinwegtäuschen kann, ist reich an anregenden Ausblicken auf viele Gebiete theologischen Suchens und Forschens. Hugo Hahn Ein Urkundenwerk zur mittelalterlichen Geschichte der Juden In der Geschichte der jüdischen Diaspora gibt es kaum einen bedeutsameren Wendepunkt als die Verbannung aus Spanien im Jahre 1492. Die Aufhellung ihrer Vorgeschichte, insbesondere die Feststellung des Anteils der Handelnden und der Betroffenen konnte erst gelingen, seitdem staatliche wie private, weltliche wie geistliche Archive fachlich-wissenschaftlich er Erforschung sich erschlossen haben. Fritz Jizchak Baer, seit 1930 Professor an der Universität Jerusalem, hat seine Eignung für diese anspruchsvolle Arbeit bereits 1929 durch den ersten Band seines Werkes „Die Juden im christlichen Spanien" (in den Veröffentlichungen der Akademie für dieWissenschaft des Judentums), erwiesen. In dem neuerdings erschienenen zweiten Teil dieses Werkes (Schocken-Verlag, Berlin 1936), der in Ergänzung der Urkunden aus Aragonien und Navarra diejenigen aus Kastilien nebst Inquisitionsakten enthält, legt er der Gelehrtenwelt und einem weiteren Leserkreis ein historisches Quellenmaterial ersten Ranges vor. Die Fragestellungen des Historikers sind andere geworden als die von gestern und vorgestern; sie sind dringlicher und wichtiger. Ohne Zweifel wird die nüchterne Sprache dieser Dokumente aus Madrid, Toledo, Simancas, aus Paris und Bordeaux auch auf spanischer Seite großem Interesse begegnen. Unvergleichlich mehr bedeutet sie der 430

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