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Der Morgen · 1936-11-01 · Heft 8 (November 1936) · p. 381

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Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 8 (November 1936)
Article
Konservative Autorität [Rezension]
Date
1936-11-01
Page
381 (sequence 1)
Language
German
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Konservative Autorität 7.UT Erinnerung an die vor 100 Jahren erfolgte Publikation des ersten größeren soziologischen Werkes, das die Demokratie der Vereinigten Staaten eingehend analysierte, hat Professor Albert S a - 1 o m o n im Verlag Rascher, Zürich eine Auswahl aus diesem Werk und anderen Schriften A. de Tocquevilles herausgegeben, die den Titel „Autorität und Freiheit" trägt. Da Tocqueville sich nicht auf eine Charakterisierung der amerikanischen Zustände beschränkt, sondern, bei aller Sorgfalt und Treue der Beobachtung, das Wesen der Demokratie als modernster Staatsform und damit als Schicksal der europäischen Nationen erkennen will, so haben seine Schriften weniger wegen ihrer nur spärlichen programmatischen Äußerungen über die zukünftige Gestaltung der Politik als wegen der Abgrenzung aristokratischer von demokratischen Lebensformen auch heute noch Gewicht. Es ist ein Verdienst der vorliegenden Auswahl, daß sie alle Äußerungen Tocquevilles um das Problem der Demokratie zu konzentrieren versteht und zu diesem Zweck Tocquevilles Forschungen über die französische Revolution von 1789 heranzieht. Wenn auch für die gegenwärtige soziologische Forschung diese Gegenüberstellung von demokratischen und aristokratischen Gesellschaftsformen nicht mehr wie bei Tönnies und Spann im Mittelpunkt der Betrachtung steht, so ist sie darum noch keineswegs überwunden. Und die Feinheit der psychologischen Charakterisierung in den kleinen historischen Porträts dürfte nur von wenigen Schriftstellern wieder erreicht worden sein. Als Gegner zwar des historischen Materialismus, aber auch von Gobineaus Rassenlehre, die wegen der Ungleichwertigkeit der Rassen die Gleichheit der Menschen verneint, dürfte Tocqueville mit seiner Forderung nach einer christlich geführten Demokratie heute schwerlich Anhänger finden. Arno Carl Coutinho. Albrecht Schaeffer und die Bibel Zu Albrecht Sdiaeffer, Cara. (Verlag Ratten und Loening, Frankfurt a. M., 1936) Schon vor einer Reihe von Jahren, als Albrecht Schaeffer, der Dichter des nachdenklich-zauberhaften „Helianth" und der anmutigbesinnlichen „Gudula", seinen „Goldenen Wagen" veröffentlichte, spürte1 man, daß dieser Mensch der norddeutschen Tiefebene das Buch der Bücher in seiner Jugend tief in sich aufgenommen habe. Denn dort stand die gedankenvolle Nachbildung der biblischen Erzählung von „Abrahams Opfer", deren einzelne Bilder sich uns tief einprägten — etwa: Bergaufwärts, hinter dem wandelnden Vater Ging Isaak mühsam, sehr klein. Die Sonne brannte, er ging Unter der Bürde, schwer atmend, Im Schatten des Vaters____ Schon damals wußte man, daß die uralten Gebilde der Bibel in die Seele dieses Dichters gefallen waren wie ein Samenkorn in wartendes 381

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