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Der Morgen · 1936-11-01 · Heft 8 (November 1936) · p. 377

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Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 8 (November 1936)
Article
Aus einem Reisebericht
Date
1936-11-01
Page
377 (sequence 2)
Language
German
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pfeffert, etwa einen „Raub der Rabbinerinnen", oder etwas Gemeinverständliches, etwa eine Revue von mondäner Schlichtheit, nil nisi Beene, leicht mit Kräppchen de chine Wattiert, oder etwas recht Unverständliches aber Hochliterarisches, etwa das Zeitstück von übermorgen mit hereroischer Jazzmusik, oder ein Zeitstück von heute mit wilden Selbstanklagen als dernier mimicri, — nun, so wäre sicherlich jedem geholfen, besonders wenn von ausgewanderten Schauspielern und hebräisch oder jiddisch oder deutsch gespielt würde. Vorerst allerdings wird das Publikum noch durch Vorträge reif gemacht. Man kann wohlmeinende Vereinsvorsitzende, Hebräischlehrer, Literarhistoriker über das Thema „Judentum in Vergangenheit und Gegenwart" oder über das Thema „___einst und jetzt" oder „... heute und morgen" oder „___ und die Kunst" oder „... und die Musik" oder auch über das Thema „___und die Juden" sprechen hören. Eine bewunderungswürdige Einmütigkeit herrscht bei allen Rednern über die Vergangenheit: sie ist und ist auch nicht wegzuleugnen. Nicht minder über die Zukunft: sie wird kommen. Was indessen die Gegenwart betrifft, so besteht sie teils aus jüdischer Winterhilfe, teils aus verschiedenen Gruppen, die alle für Palästina und die Beibehaltung und Neubesetzung von Ämtern in möglichst vielen Organisationen sind. So ist eine vollkommene Einigung unvermeidlich, und tatsächlich ist sie schon so tief in die Handhabung des Sports eingedrungen, der ja von jeher der vornehmste Ausdruck jüdischen Geisteswie auch Seelenlebens ist, daß die beiden Hauptorganisationen es bereits glatt von der Faust weisen, einander zu schlagen..." L. H. Ein Abraham^Roman Nach Edmond Flegs „Moses"' und Thomas Manns „Joseph", nach Joseph Wenters „Saul" und Friedrich Meissingers „Deutero-Jesaja" legt Ernst Fürstenthal einen Roman „Abraham" vor. (Jüdische Buch- Vereinigung und Verlag Erwin Loewe, Berlin.) Ist es eine Zeitströmung, die Juden und Nichtjuden zur epischen Behandlung biblischer Stoffe drängt, oder ist es eine Modesache geworden, nach jüdischen Helden Ausschau zuhalten, die in neuerer Zeit noch nicht dichterisch gestaltet worden sind? Und gibt es Unterschiede, wie sich jüdische und nichtjüdische Autoren diesen Themen nähern? Bei Thomas Mann: Experimentairoman, Tiefenpsychologie, Wissenschaft, die in Dichtung übergeht wie Geschichte in mythische Zeit, das Biblische schließlich nur Bestandteil des eigenen Geistesgebäudes; bei Joseph Wenter: „bäurische" Epik unter dem Einfluß Hamsuns, der den Helden in „Segen der Erde" nicht zufällig nach dem biblischen Patriarchen Isaak benannte, bodenständiges Schrifttum ohne Abenteuer des Geistes, welches biblische Zeit und heilige Landschaft als ewige bäurische Lebensform erlebt und der wissenschaftlichen Spitzhacke entraten kann; Meissinger endlich sucht die Erscheinung des zweiten Jesaja aus 377

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