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Der Morgen · 1936-10-01 · Heft 7 (Oktober 1936) · p. 334

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 7 (Oktober 1936)
Article
Neuere Palästina-Literatur [Rezension]
Date
1936-10-01
Page
334 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Auch ein anderes Buch — „Governing Palestine" von Machover — hat den Vorzug, daß es eine isolierte Betrachtung "Palästinas, wie sie so häufig zu finden ist, vermeidet und das Problem des Legislative Council an Hand noch wenig bekannter zahlreicher Präzedenzfälle aus der Verfassungsgeschichte der englischen Kolonien und der Entwicklung in den anderen Ländern des Nahen Ostens erörtert. Wir lernen die Verhältnisse in den afrikanischen Kolonien mit gemischter Bevölkerung (Nord-Rhodesia, Tanganjika, Uganda, Nyassaland, Zanzibar) kennen und erhalten an Hand des Berichts der Hilton Young Commission eine eingehende Analyse des Schulfalles Kenya. Machover zieht aus den Erfahrungen dort die Schlüsse für die Situation in Palästina, die darauf hinausgehen, daß in einem solchen „territory with mixed races" die Übertragung der Entscheidung an eine numerische Majorität auf Grund der gegenwärtigen Zahlenverhältnisse zu einer schweren Schädigung des Landes führen muß. Auch seine Darstellung der Entwicklung der Verfassungsfrage in den Ländern des Nahen Ostens (Syrien, Libanon, Irak, Cypern und Ceylon) ist nicht dazu angetan, die Einführung des Repräsentativsystems in Palästina zu befürworten. In seiner durch viel Material belegten Darstellung der palästinensischen Verfassungsgeschichte erinnert der Verfasser an das anfänglich gute Einvernehmen zwischen den jüdischen und arabischen Führern, das dann später jedoch immer mehr getrübt wurde und sich schließlich in eine heftige Gegnerschaft gegen das Mandat und ein Eintreten für eine arabische Nationalregierung verwandelte. Anläßlich der Levante-Messe, die in diesem Jahre in Tel-Aviv stattgefunden hat, sind einige Bücher erschienen, die die Wirtschaft Palästinas zum Gegenstande haben. Das vom „Palnews"-Verlage herausgegebene Wirtschaftsjahrbuch bringt eine groß angelegte Untersuchung über „Die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit Palästinas" von Dr. Alfred Michaelis, der dem Problem in eingehenden Untersuchungen, die durch viel Material gestützt werden, auf den verschiedenen Gebieten des palästinensischen Wirtschaftslebens nachgeht. „Die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit Palästinas ist ein Entwicklungsproblem", sagt Michaelis, „das heißt: sie hängt in erster Linie davon ab, was die Regierung und andere aufbauende Faktoren des Landes tun, um die Entwicklung des Landes zu fördern." Der zweite Teil des Buches bringt eine Reihe von Spezialuntersuchungen über die wichtigsten Wirtschaftszweige von besten Kennern, unter denen sich auch eine Reihe von Wirtschaftssachverständigen aus Deutschland finden. Allmählich beginnt auch in Frankreich das Interesse für den Palästina-Aufbau zu wachsen. Zeugnis hierfür ist das von den Cahiers Juifs herausgegebene Sammelwerk „Palestine Economique 1936". Es enthält nicht weniger als fünfzig Beiträge über Land und Bevölkerung, Landwirtschaft und Arbeit, Industrie und Handel, Transport und Tourismus, Bankwesen und Staatsfinanzen, Gesetzgebung und nationale Fonds. Zahlreiche Abbildun- 334

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