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Der Morgen · 1936-08-01 · Heft 5 (August 1936) · p. 237

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Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 5 (August 1936)
Article
[Rezension]
Date
1936-08-01
Page
237 (sequence 2)
Language
German
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Diese Krise der Ursprungsidee wird über die Antike hinaus durch die neuzeitliche Geschichte in großen Zügen verfolgt. Das Buch endet mit dem Ruf: Zurück zu Kant! Kant sei es gelungen — zum erstenmal seit Piaton — „der unheilvollen Zerspaltung der Lebens- und Seelenganzheit nicht bloß für kurze, sondern für längere Zeit Einhalt zu gebieten." Seine Philosophie habe das „Vernunftsystem als wahrhaft totalen Ursprung proklamiert" und dadurch „die Möglichkeit zu einer korrelativen Verknüpfung aller getrennten Faktoren als Systemglieder und somit zur Wiederherstellung der uns abhanden gekommenen Einheit gewonnen." Der Verfasser hat sich große Zwecke gesetzt Ob die Durchführung der Aufgabe entspricht, kann im Rahmen einer Anzeige nicht untersucht werden. Insbesondere bleibt fraglich, ob das antike Material zureichend interpretiert wird, wenn für den Begriff des Ursprungs die ausschließlich erkenntnistheoretische Fassung der Marburger Schule beinahe durchweg maßgebend ist. Vielleicht wäre es für das Buch vorteilhaft gewesen,wenn das Problem des Ursprungs als solches zu größerer begrifflicher und auch interpretatorischer Klarheit gebracht worden wäre. Dem Verfasser sind zwar die verschiedenen Bedeutungen der Ursprungsidee (im Sinne der „ersten Ursache", der ratio cognoscendi, der obersten Hypothese, des idealen Geltungsprinzips usw.) nicht entgangen. Es wäre indessen notwendig gewesen, die Problematik zu entwerfen, die sich hinter so verschiedenen Ideen verbirgt Die gemeldeten Bedenken sollen aber nicht davon fernhalten, das lehrreiche Buch, das einen großen geschichtlichen Stoff verarbeitet, der Lektüre zu empfehlen. Arnold Metzger. Jüdische Wissenschaft in Holland Die Jahresversammlung der Genootschap voor de Joodsche Wetenschap in Nederland, die kürzlich in Amsterdam stattfand, erhielt ihr besonderes Gepräge zunächst durch eine Ausstellung des jüdischen Buches in Palästina. Es wurde ein guter Überblick über die alte und neue hebräische in Palästina gedruckte Literatur gegeben: Werke religiösen und literarischen Inhalts, wissenschaftliche Arbeiten (wie z.B. ein medizinisches Wörterbuch) und Übersetzungen aus anderen Sprachen sowie Zeitschriften waren zu sehen- Im Anschluß an die durch eine Rede des Vorsitzenden Prof. Dr. D. Cohen eingeleitete Sitzung sprach zunächst Dr. B. Gokkes über den Einfluß des Hebräischen auf die französischen Grammatiker des 16. Jahrhunderts. Das Interesse, das man im Kreise dieser gelehrten Gesellschaft der holländischen Juden der Geschichte der Juden in Deutschland und ihrer Literatur entgegenbringt, geht daraus hervor, daß man auf die Tagesordnung einen Vortrag von Dr. Felix Falk setzte über die ältere jüdisch-deutsche Literatur, insbesondere das jüdisch-deutsche Samuelbuch in Nibelungenstrophen. Einleitend berichtete Falk über die bisherigen Forschungen auf dem Gebiet der älteren jüdisch-deutschen 237

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