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Der Morgen · 1936-06-01 · Heft 3 (Juni 1936) · p. 130

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
12 (1936-1937)
Issue
Heft 3 (Juni 1936)
Article
Schriften um Maimuni [Rezension]
Date
1936-06-01
Page
130 (sequence 2)
Language
German
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Schriften um Maimuni hinüber: der (gesetzlichen Begründung der Philosophie und der philosophischen Begründung des Gesetzes. In der erstgenannten Abhandlung wird die Eigenart Maimunis in Abhebung von Averroes und Lewi ben Gerschom dargelegt: die zweite entwickelt Maimunis Lehre von der Prophetie und ihren Quellen. Sie ist das philosophiegeschichtlich wichtigste Stück des Ganzen. Innerhalb ihrer wieder sind die Bemerkungen, die den Beziehungen zwischen der prophetischen und der philosophischen Persönlichkeit gewidmet sind, mit großer Klarheit und Sicherheit fixiert. Mit diesem am meisten auffallenden Lehrstück der Philosophie Maimunis werden wir mitten in das System hineingeführt. So stellt der ganze Band einen nach rückwärts gelegten Längsschnitt durch das philosophische Denken des rationalistischen Judentums dar, eine Seite seiner Geistesentfaltung mit wirklicher Präzision vorführend. Altmanns Schrift wendet sich an einen weiteren Kreis. Sie stellt wohl eine Ergänzung zu Glatzers Querschnitt durch das Hauptwerk des Philosophen, den „Führer der Verirrten" dar und läßt so bedeutsame Proben des dritten Buches fort, die sonst kaum fehlen dürften. Sie ist eine — wie mir scheint — wohlgelungene Erfüllung der Forderung, Maimunis Werk dem „Volke" bekanntzugeben. Vielleicht wäre es nützlich gewesen, aus den Wort- und Begriffserklärungen, den Beispielen für Metaphern und Allegorien, die das erste Buch enthält, mehr als nur ein Kapitel zu geben (über den Ausdruck: Bild Gottes); denn dieser Teil von Maimunis Werk ist ja ein wichtiger Ausdruck für die religionsphilosophische Bibelexegese, und diese wieder legt anschaulich, besser als langatmige Beschreibungen es könnten, den Zusammenhang dar, in dem diese gläubigen Philosophen sich mit dem Buch der Offenbarung verknüpft wissen. Die Auswahl ist so eingerichtet, daß die gegebenen, der Disposition des Originals folgenden Ausschnitte ein Verständnis des Ganzen wohl zu vermitteln vermögen. Ein Nachwort will etwaige Lücken des Verständnisses ausfüllen; es ist in seiner Knappheit vielleicht etwas zu allgemein geraten. Aber, soll man urteilen über das, was da ist und nicht über das, was fehlt, so muß man das Bändchen für sehr nützlich halten. Max Wiener. Oskar Goldberg: Maimonides — Kritik der jüdischen Glaubenslehre. Verlag Heinrich Glanz, Wien 1935. Das weithin hallende Echo des Nachruhms, das der Name des Maimonides in diesem Jahre erweckt hat, wird keinen Einsichtigen dazu nötigen, Werk und Geist des unstreitig wichtigen Denkers als erhaben über Zweifel und Angreifbarkeit anzusehen. Hier nun erhebt sich eine Stimme, die in den allgemeinen Hymnus auf den jüdischen Philosophen nicht einstimmen will. Aber nicht aus bloßem Widerspruchsgeist wird sie laut, denn Oskar Goldberg, der Verfasser dieser Streitschrift gegen Maimonides, hat bereits in seinem schon vor Jahren erschienenen reKgions-philosophischen und bibelwissenschaftlichen Werk „Die Wirk- 130

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