Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 11 (1935-1936)
- Issue
- Heft 10 (Januar 1936)
- Article
- Patience
- Date
- 1936-01-01
- Page
- 468 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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wann sie als routinierte Spielerin das Spiel und bejahte damit die Frage, womit sie der Mutter das Herz erleichterte. „Selbstverständlich" sage ich: denn bei einiger Erfahrung müssen ja die Karten durch die dauernde Verschiebung in der geforderten Ordnung liegen. Was jener einsame, von Sorgen gequälte Mann bewußt vermeiden Julius Höxter, Qaellenbuch zur Jüdischen Geschichte und Literatur, Kleine Ausgabe. J. Kauffmann Ver~ lag, Frankfurt a. M. 1935. Höxters Quellenhandbuch hat sich in der Praxis des jüdischen Bildungswesens längst bewährt, so daß es überflüssig ist, die Vorzüge und Verwendungsmöglichkeiten dieses unentbehrlichen Hilfsmittels noch einmal breit zu entwickeln. In der uns vorliegenden „Kleinen Ausgabe" hat sich Höxter der nicht geringen Mühe unterzogen, einen wesentlichen Extrakt aus seinem weitverbreiteten fünfbändigen Quellenbuch herzustellen. Trotz dieser Beschränkung enthält auch die neue gekürzte Ausgabe ein reiches und übersichtlich gegliewollte, hat er, es sich selber verhüllend, im Spiel doch versucht: die Trümmer seiner Existenz neu zusammenzubauen, obwohl er an Händen und Füßen gebunden ist. Daß die Bewältigung des Geschicks im Spielplan angelegt, also sehr leicht möglich ist, hat er nicht bemerkt, aber — das gerade tröstet ihn. Erich Rosenthal dertes Quellenmaterial, so daß der Benutzer ein abgerundetes Bild des Gesamtverlaufs der jüdischen Geschichte empfängt. Ein besonderer Vorzug des Auswablbandes besteht darin, daß im Anhang hebräische Textproben aufgenommen worden sind. So wird das Buch auch in gekürzter Fassung ebenso wie in der großen Ausgabe, die natürlich ihren Eigenwert behält, für die Lehrervorbereitung, für die Unterbauung des geschichtlichen Arbeitsunterrichts in der jüdischen Schule und für manchen Laien, der an diesen Dokumenten sein jüdisches Wissen vertieft, ausgezeichnete Dienste leisten. F.F. Um die Gestalt David Friedländers Die Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland (Philo- Verlag) hat zum verspäteten Gedächtnis des hundertsten Todestages von David Friedländer ein umfangreiches Sonderheft (Jahrgang 6, Heft 2—3) herausgebracht, das die Frühzeit der Emanzipation und Assimilation vor uns erstehen läßt. Kein Zweifel, daß Friedländer nach Mendelssohns zu frühem Tode die hervorstechendste Person der preußischen Judenheit jener Tage war. Wenn bis auf den heutigen Tag das Urteil über ihn nicht ins Gleiche kommen will, so hegt das an der Unausgeglichenheit seiner Persönlichkeit. Klar, aber nicht weitblickend, von redlichem Eifer beseelt stand er seinen Mann, wo er scharf umrissene Aufgaben des Tages vor sich sah; bei dem Versuch, in kritischer Zeit das Schicksal der Gesamtheit seiner Glaubens- und Stammesbrüder in ein anderes Fahrwasser zu lenken, hat er völlig versagt. So kommt es, daß die Judenschaft noch heute dem Manne, der für' ihr Schulwesen 468