Mannheim
Compact Memory

Der Morgen · 1935-08-01 · Heft 5 (August 1935) · p. 237

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
11 (1935-1936)
Issue
Heft 5 (August 1935)
Article
Berufsfragen für Mädchen [Rezension]
Date
1935-08-01
Page
237 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2895450-2895539-2895545-2905210--08196-2905276
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Berufsfragen für Mädchen Das Sozialamt des Bundes Deutschjüdischer Jugend hat für seine Gruppen in einem (2.) Arbeitsheft Beiträge zu dem Thema „Berufsfragen für Mädchen" zusammengestellt. Martin Sobotker und Bruno Sommerfeld weisen einleitend darauf hin, daß es sich um ein „bisher sehr zu Unrecht vernachlässigtes" Gebiet handelt, um Fragen, die für die weiblichen Mitglieder der Bünde praktisch wichtig sind und mit denen sich die jüdische Jugend insgesamt gedanklich auseinandersetzen muß. Das Heft enthält Aufsätze grundsätzlicher Art („Die jüdische Frau im Beruf" von Dr. Bruno Sommerfeld, „Die jüdische Frau im Berufs¬ und Gemeinschaftsleben" von Prof. Cora Berliner), Schilderungen, die junge Menschen sehr lebendig von ihren Berufen geben und eine Zusammenstellung der in Frage kommenden Ausbildungsstätten. Diese Zusammenstellung sowie ein Teil der Beiträge sind Nachdrucke aus den „Blättern des Jüdischen Frauenbundes". Es wird in der Einleitung zwar hervorgehoben, doch fehlt ein solcher Hinweis bei den einzelnen Beiträgen, und dies gibt zu Mißdeutungen Anlaß: so stellen z. B. die Ausführungen von Prof. Cora Berliner die Niederschrift eines Vortrages dar, der in einer Gruppe berufstätiger jüdischer Frauen, also vor der „älteren Generation", gehalten wurde. Vor jungen Menschen spricht man anders, stellt andere Probleme in den Vordergrund, abgesehen davon, daß manches aus diesem Vortrag inzwischen überholt ist. — Nicht ganz zustimmen kann man der Auswahl der Berufsbilder, die ohne Wertung aneinandergereiht sind, so daß der Eindruck entstehen kann, als kämen die Berufe der Sprechstundenhilfe, Modezeichnerin, technischen Assistentin, der Kunstgewerblerin und Dekorateurin ebenso häufig in Betracht wie die hauswirtschaftlichen, pflegerischen und gewerblichen (Schneiderei!) Berufe. Hier wäre eine Angabe der tatsächlichen Möglichkeiten — etwa statistische Zahle'h des jüdischen Arbeitsnachweises und der Berufsberatung für Mädchen — am Platze gewesen. Diese kritischen Bemerkungen sollen aber den unbedingt anzuerkennenden Gesamtwert dieses Heftes nicht schmälern. Nicht nur die Gruppen des Bundes Deutsch-jüdischer Jugend, sondern auch junge und ältere Menschen außerhalb des Bundes werden es dankbar begrüßen, daß das Thema: „Berufsfragen für Mädchen" einmal seiner Bedeutung entsprechend zur Darstellung kommt, und sie werden vor allem das reichhaltige Material, das hier zusammengetragen ist, oft und gern benutzen. Hannah Karminski Laienbetrachtung über Wettervorhersage In keiner Jahreszeit hört man so viel vom Wetter und seiner voraussichtlichen Entwicklung reden wie während des Sommers. Man hat den Eindruck, als ob jeder einen einklagbaren Anspruch auf Wärme und wolkenfreien Himmel habe und gekränkt sein dürfe, wenn die Natur dem nicht Rechnung trägt. Man will nicht einmal abwarten, wie Sonne und Luft sich präsentieren werden, sondern man greift nach den 237

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.