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Der Morgen · 1935-05-01 · Heft 2 (Mai 1935) · p. 89

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
11 (1935-1936)
Issue
Heft 2 (Mai 1935)
Article
[Rezension] / Thalheimer, Else
Date
1935-05-01
Page
89 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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IRI
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Alfred Einstein, Geschichte der Musik, Verlag A. W. Sijthoff, Leiden 1935 Alfred Einsteins, des namhaften Musikgelehrten, „Geschichte der Musik", die auf nicht mehr als 160 Seiten eine umfassende Schau über die Zusammenhänge des musikalischenGeschehensin den europäischen Ländern gibt, liegt nunmehr in einer vierten Auflage vor, in der, nach den Worten des Autors, einiges im Sprachlichen verändert und dem Bild der Gegenwart einige Züge hinzugefügt sind. Die Darstellung hat, über den Wert eines Kompendiums hinaus, ihren besonderen künstlerischen Reiz. Sie vermeidet in weiser Beschränkung die Häufung geschichtlicher Daten, benutzt vielmehr den Flug durch die Jahrhunderte dazu, wie ein Zeitraffer das Werden der wichtigsten musikalischen Formen vor uns Gestalt annehmen zu lassen. Nur die großen Meister, die gleichzeitig für eine bestimmte musikalische Entwicklung zeugen, finden eine eingehendere Behandlung. Durch diese Akzentuierung und Herausschälung des Wesentlichen, die nur auf der Grundlage eines universellen und tiefen historischen Wissens und einer überlegenen künstlerischen Distinktion erzielt werden konnten, erhält das Buch seine große Eindringlichkeit und seinen hohen Wert für den geistig anspruchsvollen Leser. Die Gliederung dieses so ungemein knappen und dichten Werkes folgt streng dem Gang der Geschichte; beginnend mit einer kurzen Behandlung der Urmusik und der Musik der alten Kulturvölker, findet sie ihre Fortsetzung bei der Musik des Mittelalters und dehnt sich dann von der sogenannten „Neueren Zeit" bis auf die Gegenwart aus. Der Behelfsmäßigkeit solcher Oberschriften wird sich gerade ein Historiker vom Range Einsteins bewußt sein; jedenfalls läßt er den Fluß und die Einheit der Darstellung durch sie nirgendwo stören. Bei dieser Disposition gewährt der Autor der dem Leser bekannten musikalischen Neuzeit weniger Raum als den entrückteren Zeitaltern, die mit ihren bedeutsamen Erscheinungen plastisch vor uns erstehen und eine klare und Verständnis fördernde Grundlage ergeben für die verästelte und dabei zwangsläufige Entwicklung der musikalischen Formen bis auf unsere Tage. Else Thalheimer Eduard Stemplinger, Griechischer und lateinischer Literaturführer von Homer bis heute, Verlag Ernst Heimeran, München 1934 Der Zug zur Vertiefung der Bildung über die Gegenwart hinaus, der zu einer neuen humanistischen Besinnung führt, findet immer mehr seine Grenze in dem Mangel an Sprachkenntnissen, die zu selbständiger Lektüre antiker Schriften befähigen. Deshalb sei auf die drei schmalen Bändchen hingewiesen, in denen die griechische und die römische Literatur bis Justiman (527 n.Chr.) und beide bis zur Gegenwart in kurzen Biographien der wichtigsten Autoren mit Angabe der erhaltenen Werke und aller vorhandenen Obersetzungen ebenso knapp wie übersichtlich dargestellt werden. Auch gute Sachkenner werden erstaunt sein, wieviel mehr, als man gemeinhin annimmt, von den wichtigeren Werken in deutscher Sprache zugänglich ist. —a— 89

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