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Der Morgen · 1935-02-01 · Heft 11 (Februar 1935) · p. 517

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
10 (1934-1935)
Issue
Heft 11 (Februar 1935)
Article
Hebräischer Sprachunterricht [Rezension]
Date
1935-02-01
Page
517 (sequence 1)
Language
German
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Hebräischer Sprachunterricht S. Kaläko: HebräischfärJedermattn, Jüdische Rundschau, Berlin 1934 M. Goldmann: Hebräisch. Verlag Sefathenu, Berlin-Tel Awiw,2.Aufl. 1934 Der Ruf nach hebräischem Unterricht wurde in den letzten Jahren stärker und stärker, und die Zahl der Lehrbücher wuchs schnell- Die Methoden dieser neuen Bücher sind nun sehr verschieden, da ja Kinder und Erwachsene, solche, die schon eine jüdische Grundlage haben und andere, die mit dem Alphabet beginnen müssen, lernen wollen. Dabei ist zu bemerken, daß sich nicht alle, die Lehrbücher der gesprochenen hebräischen Sprache geschrieben haben, auf die Erfahrungen des modernen Sprachunterrichts stützen. Oftmals wird ganz auf die Benutzung der erklärenden deutschen Sprache verzichtet, und jeder systematische Aufbau der Grammatik und der Syntax wird bei Seite gelassen. Gerade in der Behandlung von Syntax und Stilistik der hebräischen Sprache zeigt sich die Schwäche der meisten Lehrbücher; nur sehr selten findet man etwas Zusammenhängendes in den für den Unterricht geeigneten Büchern. Auch die Auswahl der Lesestoffe erinnert manchmal bedenklich an die Sätze der alten französischen, englischen und lateinischen Unterrichtswerke. Diese Schwierigkeiten beruhen z. T. darauf, daß die hebräische Sprache in den letzten Jahrzehnten eine Renaissance erlebt hat, und daß sich der Sprachunterricht von einer zumeist toten Sprache auf eine lebende umstellen muß. Zwei neue hebräische Lehrbücher sind jetzt erschienen. Kaleko gibt die Zusammenfassung des Lehrganges in der Jüdischen Rundschau, vermehrt durch ein hebräisch-deutsches Wörterverzeichnis. Da das Buch für Erwachsene bestimmt ist, ist der Stoff sehr gedrängt, aber auch eine solche Zusammendrängung rechtfertigt keine Ungenauigkeiten bei der Erklärung grammatischer Regein und rechtfertigt keinesfalls Vereinfachungen, die an der Grundform der hebräischen Sprache vorbeigehen. Eine Sprachlehre muß systematischer sein, der Stoff übersichtlicher geordnet werden. Auch ist es m. E. nicht möglich, eine lebende Sprache in so zusammengepreßter Form zu erlernen, ohne daß eine „Kellnersprache" entsteht. — Goldmann, dessen Buch schon in zweiter Auflage erscheint, vermeidet diese Fehler. Er geht äußerst langsam und genau vor. Gerade die im Einzelnen präzise Erklärung, der häufige Vergleich mit schon bekannten Sprachen, die guten Obersichtstabellen unterscheiden das Buch grundlegend von Kaleko. Auch bringt Goldmann Abschnitte über die Syntax der hebräischen Sprache. Hier wird eine Sprache so gelehrt, wie sie erlernbar ist. Das „schnell gelernt" ist bei jeder Sprache von Schaden!, und wer wirklich hebräisch sprechen und verstehen will, muß sich Mühe damit geben. Ein stärkeres Heranziehen jüdischer Stoffe wäre bei Goldmann angebracht (Kaleko bietet hier mehr), da ja Sprache und Kultur untrennbar miteinander verbunden sind. A...n 517

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