Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 10 (1934-1935)
- Issue
- Heft 9 (Dezember 1934)
- Article
- Katzen
- Date
- 1934-12-01
- Page
- 426 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Wnivon Sie ist noch klein und sieht schon fertig aus, iyui*m als wäre Werd€n in ihr festgelegt, von einem Gott zum freien Spiel bewegt. Sie sieht mich an, als wäre ich die Maus, von der sie dunkel ahnt aus alter Katzen Tagen. Mit einer grünen Schwermut, Krallen eingezogen, den Rücken krumm wie einen Flitzebogen — die ganze Welt ist Fliegen oder Jagen. Da knie' ich nun vor ihren weichen Tatzen, ein Fremder im Gestaltem-eich, zu jämmerlich, zu dumm, zu bleich, und bitte sie, mich wenigstens zu kratzen. S.B.Weinryb, Neueste Wirtschaftsgeschichte der Jaden in Russland und Polen. I. Band (1772-1881), M. &HMarcus Verlag, Breslau 1934 Im Anschluß an die wertvolle Monographie zur Handelsgeschichte der Juden in Polen im 17. Jahrhundert, die wir vor einiger Zeit anzeigten, liegt jetzt eine umfassende Wirtschaftsgeschichte der Juden in Rußland und Polen seit dem 18. Jahrhundert vor. Sie beginnt im Jahre der ersten polnischen Teilung, durch die zuerst eine räumlich und wirtschaftlich geschlossene Gruppe von Juden unter russische Herrschaft gelangte, und schließt zunächst mit dem Jahre 1881, in dem, ausgelöst durch die russischen Pogrome, die große jüdische Amerika - Wanderung aus Ost-Europa einsetzte. Der Schlußband, der bis in die jüngste Gegenwart hineinführen soll, ist in Vorbereitung und dürfte im Laufe des Jahres 1935 erscheinen. Das Werk von Weinryb ist in einzelne Monographien aufgeteilt, die kapitelweise Handel, Industrie, Unternehmerschaft, Handwerk und Lohnarbeit, Schankwirtschaft und Pacht, sowie die Landwirtschaft unter den Juden Rußlands und Polens darstellen. Die Arbeit macht es deutschen Juden, die der hebräischen, jiddischen, russischen und polnischen Sprache der Quellen nicht mächtig sind, zum ersten Male möglich, sich ein Gesamtbild der wirtschaftlichen Verhältnisse unter der jüdischen Bevölkerung Ost-Europas tn der jüngsten Vergangenheit zu erwerben. Hat diese doch auch das deutsche Judentum in der verschiedensten Weise mittelbar und unmittelbar, sei es durch die Wanderung von Ostjuden, sei es durch propagandistische Auswertung berührt Auch haben bekanntlich ostdeutsche Handelsplätze wie Königsberg, Danzig und Breslau gerade im 19. Jahrhundert in engen wirtschaftlichen Austauschbeziehungen mit Polen und Rußland gestanden. Bankiers haben durch Anleihen diese Verbindung noch verstärkt, und erst die politischen Veränderungen der Nachkriegszeit brachten einen jähen Riß in diese Geschäftsbeziehungen. Es ist daher gewiß kein Zufall, daß Weinrybs Arbeit in den „Historischen Untersuchungen" des Historischen Seminars der Universität Breslau erschienen ist. Man darf Verfasser und Herausgeber zu dieser umfassenden Veröffentlichung beglückwünschen und dem Erscheinen des Abschlußbandes mit ehrlicher Spannung entgegensehen. H. R—r. 426