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Der Morgen · 1934-06-01 · Heft 3 (Juni 1934) · p. 148

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
10 (1934-1935)
Issue
Heft 3 (Juni 1934)
Article
Die kunstschaffende Frau
Date
1934-06-01
Page
148 (sequence 1)
Language
German
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Die kunstschaffende Frau Kunstgewerbeschau im Berliner Theater Mai 1934 Schon oft ist man Namen jüdischer Künstlerinnen auf Ausstellungen begegnet, aber zum erstenmal hatte man Gelegenheit, die Leistung der jüdischen Frau als Kunstgewerblerin in räumlich begrenzter, aber geschlossener Form auf einer Ausstellung zu würdigen, die der Kulturbund Deutscher Juden in Gemeinschaft mit der Künstlerhilfe der jüdischen Gemeinde veranstaltet hat und an der sich über fünf zig Frauen beteiligt haben. Ohne den einheitlichen Gesamteindruck der sehr wirkungsvoll aufgebauten Ausstellung zu stören, traten Werk und Stil der einzelnen Ausstellerinnen klar hervor. Neben der Herstellung modischer Kleinigkeiten scheint das Interesse der jüdischen Kunstgewerblerin sich vor allem der Silber- und Goldschmiedekunst, der Weberei und Keramik zuzuwenden, wobei die Begabung den Durchschnitt weit überragt, gelegentlich allerdings auch das technische Können das künstlerische Empfinden überwiegt. Für das natürliche Verständnis der Frau — Beschäftigung der Kinder — zeugten originelle Bilderbücher, ein lustiges Tieralphabet und Stoffpuppen, die so lebendig wirken, daß auch Erwachsene mit ihnen spielen möchten. Reizvolle kleine Geschenkstücke lehrten prosaische Gegenstände amüsant zu verwenden. Meisterhafte Blumengebinde für Alltag und Festtag, Arbeiten der Architektur und der Graphik und markante Fotos belebten das äußere Bild. Kritisch ist höchstens zu bedauern, daß die Ausstellung, die in jüdischen Kreisen Berlins lebhaftes Interesse erweckte, nur einen Tag geöffnet war. Vielleicht ist es möglich, dem jüdischen Kunstgewerbe einen ständigen Ausstellungsraum, besser noch einen Verkaufsraum zur Verfügung zu stellen. Denn wenn im Augenblick wohl auch von einem speziell jüdischen Kunstgewerbe noch kaum gesprochen werden kann, so wird doch das Erleben dieser Zeit die Künstlerinnen stärker auf die jüdische Eigenart hinweisen. Bieten sich doch noch große Möglichkeiten auf vielen Zweigen des Kunstgewerbes, von denen z. B. die Buchkunst und andere auf der jetzigen Ausstellung nur unzureichend vertreten waren. L. S. Jahresabonnement des „Morgen" M 12.— , Einzelheft M 1.—. Für Bezieher im Ausland erfolgt Umrechnung in Reichsmark nach der Währung des Landes. Zahlungen sind auf das Postscheckkonto der Philo Verlag u. Suchhandlg. GmbH. Berlin Nr. 83512 zu leisten Manuskripte und Zuschriften sind an die Schriftleitung des „Morgen", Berlin W15, Pariser Str. 44 zu senden. / Für Manuskripte, die von der Schriftleitung nicht angefordert wurden, wird keine rechtliche Haftung übernommen; sie werden nur dann zurückgesandt, wenn Rückporto beiliegt. / Jeder Beitrag erscheint unter eigener Verantwortung des Verfassers. Nachdruck der Aufsätze ist nur mit Genehmigung der Autoren und des Verlages gestattet Schriftleitung: Hauptschriftleiter: Dr. Eva Reichmann-Jungmann, Berlin. Verlag: Philo-Vertag und Buchhandlung GmbH., Berlin W15 Druck und Anzeigenannahme: Max Lichtwitz, Berlin SW19. — DA. I.Vj. 2100 148

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