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Der Morgen · 1934-04-01 · Heft 1 (April 1934) · p. 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
10 (1934-1935)
Issue
Heft 1 (April 1934)
Article
Jeremias Trauer von Rembrandt
Date
1934-04-01
Page
23 (sequence 1)
Language
German
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Hilde Marx: „Jeremias Trauer" von Rembrandt »/eremia trauert in der Nacht, die hereinbrach über Gottes Land und Gedanken, die er hoch gedacht, ruhen still verwaist in seiner Hand. Eine Leuchte in der Nacht, sein Haupt glüht als weißer Brand zum Himmel auf. Sterne, die er strahlend einst geglaubt, bergen hinter Wolken ihren Lauf. Einsam steht der Tempel Gottes, fern in der Nacht, ein höhnend Traumgebild. Wo der Thronsaal stand des größten Herrn, haben Krieger ihre Wut gestillt. ^fenschen gingen unter in der Welt, die dem Gotte Opfer froh gebracht. Bis ein neuer Stern vom Himmel fällt, trauert Jeremia in der Nacht. Legende von den Jaden (Schiaß) ren. Grausames, gefährliches Schweigen, in das stark und drohend Herberts Schritte fielen. Aber er hatte den Platz noch nicht erreicht, als Worte und Rufe durch das Zimmer schwirrten. Er setzte sich auf den Stuhl und sah vor sich hin, er verstand nicht ein einziges der Worte, die sie riefen. Er lächelte leise: natürlich, nun hatten sie es alle gewußt. Immer heftiger, ungebändigter wurde der Lärm. Gruppen traten zusammen. Einer, dicht neben Herbert, sagte: „So eine Schweinerei! Daß das ausgerechnet bei uns vorkommen muß!" Er fühlte den scheuen Max Samter: 23

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