Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 9 (März 1934)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1934-03-01
- Page
- 531 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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ist er bisher nie hervorgetreten, außer mit Gedichten. Sein Buch trägt das Signum der „Werke der Wissenschaft aus dem Kreise der Blätter für die Kunst" — in einer Umkränzung das uralte Weltrad, die Swastika —, wie es seit vielen Jahren bedeutende Bücher aus dem gleichen geistigen Bereiche tragen, darunter auch solche von Friedrich Gundolf, Berthold Vallcntin, Edith Landmann, Wilhelm Stein, Ernst Kantorowicz, ebenso wie von Friedrich Wolters und anderen. Das Zeichen deutet darauf hin, daß die« ser „erste Kommentar zu der gesamten Dichtung Stefan Georges" mit ausdrücklicher Zustimmung des Dichters veröffentlicht ist, mithin als authentisch gelten darf. Neu ist nicht das Unternehmen, Stefan Georges Werk auszulegen. Aber es wird hier, wie bisher niemals, erläutert durch eine fast jedes einzelne Gedicht vom Beginn der „Fibel" bis zum Ende des „Neuen Reichs" umschließende Deutung und Zusammenfassung. Mit Umschreibungen hatte Wolters in „Herrschaft und Dienst" die Grundkräfte des Dichters herausstellen, in der „Geistesgeschichte" seine Wirkung aufzeigen, Gundolf hatte im „George" die Gestalt im Werk abformen wollen. Dies Buch hingegen erschließt die Dichtung und Lebensweisheit und ist für jeden, der die Kraft und den Willen hat, um den Sinn zu ringen, ein Führer. Es erfaßt zugleich das Wesen dieses Dichters, das im Werke sich ausprägt. Getreuer noch, als wir vermuten konnten, enthüllen die Dichtungen in ihrer Aufeinanderfolge Georges innere Entwicklung. Anfangs galten sie vielen nur als der Gesang einer einsamen Einzclseele, spät erst entdeckte man in ihnen den Ausbruch eines neuen Gcsamtgefühls. George ist einen Weg gegangen, der vom Sonderscin zur Gemeinsamkeit führt. So ist sein Leben sinnbildlich geworden, und deshalb weist der Verfasser immer wieder auf die stete Wechselbeziehung, ja fast Identität zwischen Georges Leben und seiner Dichtung. Die Darstellung wird zwingend glaubwürdig durch eine schlichte, gradlinige Schreibweise, die sparsam an Bildern ist und, fern von üblicher Pathetik, leidenschaftlich nüchtern. Die deutende Umschreibung der Gedichte ist durchgehend von Bemerkungen über die künstlerische Technik begleitet. Hier gibt ein Künstler dem anfangs überschätzten, dann allzu leicht übersehenen Handwerk wieder seine Stelle, mit dem echten Sinn für das Wirkliche, der ein Kennzeichen dieses schönen, wertvollen Buches ist. Michael Graupe. Cber Bab, „Rembrandt u. Spinoza" sehreibt „Die Hilfe" (Janunr 34) „Die Rechtfertigung Hegt im Gelingen. Bahs kleines Buch gibt knapp und «loch fnrhlg die I-ebensschicksale, «len geistigen und bürgerlichen Hmmi ihres AMnufs. den Gcschiclitshintcrgrund - mit Takt und starker Beredsamkeit deutet er die Notwendigkeiten eines Denkcrtums und eines Könstiertums. die nus innerem Gesetz «las Gemäße verlassen mußten, um Ihr Maß zu erfüllen" Das Illustriert* Gesdtenkwerk kostet Im Pappband RM. MO PHILO VERLAG UND BUCHHANDLUNG G.m.b.H. BERLIN W15, EMSER STR.44 531