Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 9 (März 1934)
- Article
- Die jüdischen Philologen in Preußen
- Date
- 1934-03-01
- Page
- 530 (sequence 2)
- Language
- German
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stalten), 2 Oberstudienräte (in Berlin und Oppeln i. Oberschlesicn) und 63 Studienräte. Von ihnen sind 16 an jüdischen Schulen fest angestellt; 15 waren schon vor dem 1. April 1914 an staatlichen und städtischen Anstalten tätig und 4 sind in Oberschlesicn (3) und im Saargebiet (1) im Amt verblieben. Auf weitere 28 Studienräte findet das Berufsbeamtengesetz keine Anwendung; fast alle werden Frontkämpfer sein, 14 davon sind Inhaber des Eisernen Kreuzes. Mithin sind 67 festangestellte Philologen, ohne die an jüdischen Schulen tätigen also 49 im Amt geblieben. Ziehen wir noch die Zahlen für Oberschlesicn und das Saargebiet ab, so sind 44 festangestellte Philologen an öffentlichen höheren Schulen verblieben. Kommen wir nun zu den Nichtfestangestellten: den Studienassessoren und Studienreferendaren. Unter den anstellungsbcrcchtigten 865 preußischen Assessoren befanden sich zu Beginn des Schuljahres 23 jüdische. Durch das Bcrufsbeamtcngcsetz sind 15 davon ausgeschieden. Die verbliebenen S Anwärter haben alle das Eiserne Kreuz. Davon sind 6 an christlichen Anstalten, 1 an der Hirsch-Realschule in Frankfurt a. M. und einer im Ausland. Es sind mithin 65,2«/o Anwärter ausgeschieden. Unter den 2733 übrigen preußischen Assessoren (Nichtanwärtern) waren zu Beginn des Schuljahres 1933/34 46 Juden, und zwar verteilt auf die preußischen Provinzen Brandenburg/Berlin (24), Hessen-Nassau (9), Niederschlcsien (S), Rheinland (3), Ostpreußen und Sachsen (je 1). Zusammen sind 39 Assessoren - Nichtanwärter ausgeschieden (= 84,8o/o), also 7 verblieben, davon 4 in Brandenburg/ Berlin, 2 in der Rheinprovinz und 1 in Hessen-Nassau. Es sind wohl lauter Frontkämpfer; 2 Assessoren haben das EK II., ein weiterer das EK I. An jüdischen Assessoren insgesamt sind also von 69 (Anwärter und Nichtanwärter) 13' an staatlichen und städtischen Anstalten verblieben, das sind unter 3593 preußischen Assessoren 0,36n>. Zum Schluß sei die Gruppe der Studienreferendare betrachtet. Zu Beginn des Schuljahres waren nur in 3 preußischen Provinzen Referendare an Schulen zur Ausbildung überwiesen, und zwar zusammen 15 (Niederschlcsien 2, Hessen-Nassau 9 und Rheinprovinz 4). Aus dem Staatsdienst sind im Laufe des Schuljahres 10 ausgeschieden. Unter den verbliebenen 5 Referendaren sind 2 ins Ausland gegangen und 1 Kriegsteilnehmer, dieser an einer jüdischen Schule. Nehmen wir alle Gruppen zusammen, so ergibt sich folgendes Gesamtbild: unter 16 524 preußischen Philologen (ausschließlieh der Referendare) sind heute noch 62 jüdische an staatlichen und städtischen Anstalten Preußens tätig (2 Oberstudienräte, 47 Studienräte, 6 Assessoren-Anwärter, 7 Nichtanwärter); das sind unter Einrechnung der 4 Philologen in Oberschlesicn und im Saargebiet 4 vom Tausend. Hermann Weil. „Die Dichtung Stefan Georges" So nennt Ernst Morwitz eine Darstellung des gesamten Dichtwerks, die wenige Wochen vor Stefan Georges Tod erschienen ist (Georg Bondi, Berlin 1934). Der Verfasser hat dem Dichter seit Jahrzehnten nahegestanden, doch 530