Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 9 (März 1934)
- Article
- Zwei Gedichte
- Date
- 1934-03-01
- Page
- 503 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Karl Wolfskehl: I. Herr, lasse mich nicht fallen Herr lasse mich nicht fallen, Ich kam aus dem Geheg — Bin ich auf Deinem Weg? Ist's bloß, daß ich entrinn? Es wirft mich her und hin. Wer sagt mir, daß ich bin Und bin auf Deinem Weg? Noch bebt ein Widerhallen Der Abendflöte nach Und leis süßer Ruch — Doch preis ich den Spruch, Doch reiß ich das Tuch: Die letzte Schwelle brach, Ich geh, nichts laß ich nach. Was war's, das mir gefallen, Was war's, das nun verging? Wem war ich zugesellt Im bunten Zelt? Zerspellt, entstellt, Wie Glas zerspringt die Welt. Scherben erklirren. Ich bring Ins Land nur meinen Ring. Ins Land? Bin ich zum Wallen Gerecht nach so viel Irregang? Die Stimme: Ich sah dich lang, Ich war die Hand, Ich hielt das Licht — Du sahst mich nicht, Warst doch am Weg im Angesicht In meinem Angesicht. Du bist, ja, denn Ich Bin! Du zogst ins Land, Ich zog dich hin, Ich ließ dich nimmer fallen.