Mannheim
Compact Memory

Der Morgen · 1934-03-01 · Heft 9 (März 1934) · p. 503

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 9 (März 1934)
Article
Zwei Gedichte
Date
1934-03-01
Page
503 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2895450-2895515-2895525-2903666--06924-2903719
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Karl Wolfskehl: I. Herr, lasse mich nicht fallen Herr lasse mich nicht fallen, Ich kam aus dem Geheg — Bin ich auf Deinem Weg? Ist's bloß, daß ich entrinn? Es wirft mich her und hin. Wer sagt mir, daß ich bin Und bin auf Deinem Weg? Noch bebt ein Widerhallen Der Abendflöte nach Und leis süßer Ruch — Doch preis ich den Spruch, Doch reiß ich das Tuch: Die letzte Schwelle brach, Ich geh, nichts laß ich nach. Was war's, das mir gefallen, Was war's, das nun verging? Wem war ich zugesellt Im bunten Zelt? Zerspellt, entstellt, Wie Glas zerspringt die Welt. Scherben erklirren. Ich bring Ins Land nur meinen Ring. Ins Land? Bin ich zum Wallen Gerecht nach so viel Irregang? Die Stimme: Ich sah dich lang, Ich war die Hand, Ich hielt das Licht — Du sahst mich nicht, Warst doch am Weg im Angesicht In meinem Angesicht. Du bist, ja, denn Ich Bin! Du zogst ins Land, Ich zog dich hin, Ich ließ dich nimmer fallen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.