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Der Morgen · 1934-01-01 · Heft 7 (Januar 1934) · p. 436

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 7 (Januar 1934)
Article
Jüdische Religion und Emanzipation [Rezension]
Date
1934-01-01
Page
436 (sequence 2)
Language
German
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worden sein. Diese Einseitigkeit wird verhängnisvoller, wo sie das Wunschbild der Zukiuiftsgcstaltung bestimmt. Es trügt bei Prinz eindeutig palastinozcntrische Züge. Das westliche Judentum müßte eigentlich nach der Schilderung von all der Lüge, dem Abfall und Verrat, die in ihm beheimatet seien, so schnell wie möglich vomSchauplatz zu verschwinden suchen. Angesichts der praktischen Unmöglichkeit einer Gcsamtansicdlung in Palästina bliebe ihm kaum ein Trost. Hier vor allem liegt der Fehler des Buches. Hier fehlt die Würdigung der großen jüdischen Aufgabe ganz besonders des deutschen Judentums, an dessen in Icidvollem Wettstreit hochgezüchteten Leistungen auch ein zu Boden und Natur und vielleicht zu leichterem Glück zurückgekehrtes palästinensisches Judentum sich immer wieder wird messen müssen, wenn anders dieser jüdische Weg die Hoffnungen seiner besten Bereiter erfüllen soll. Aber wir vergaßen beinahe, daß Prinz ja seine eigene Wahrheit hat und sein eigenes Gesetz der liebenden Ungerechtigkeit. Und indem man beides anwendet, darf, man sagen: dieses Buch hat eine Funktion, die gerade in dieser Zeit unschätzbar wichtig ist und die es meisterhaft erfüllt. Es rüttelt die immer noch Bequemen durcheinander, es ruft die Wachgewordenen auf und es erfüllt die zögernd zum Judentum Heimkehrenden, deren Herz noch zwischen Gewesenem und Seiendem schwankt, mit dem Stolz auf ihre jüdische Zukunft. Kein Buch voll tiefgründiger Gelehrsamkeit hätte je eine solch hinreißende Wirkung haben können. Aus Liebe zum Judentum entstanden, wirbt es Liebe mit jedem Worte, pflügt es den Boden und macht ihn bereit. Und dafür wollen wir ihm danken. Eva Reichmann-Jungmann. Der Schocken-Verlaß laßt soeben die ersten fünf Händchen einer neuen Iinchcrci erscheinen, die, gut ausgewählt und ansprechend ausgestattet, jeden Monat mit einem Hund fortgesetzt werden sollen. „Die Tröstung Israels" enthält «las grolle Trost« knpitel iles Buches .lesaja. Der zweite Hand bringt 21 Gedichte .lehtida Halevis mit Übersetzung und Anmerkungen von Franz lloscnzweig. Ks folgen: „Joseph und seine Bruder. Kiti altjodischer Hornau", Martin llubcr: ».Hundert Chnssidischc Geschichten" und S.I. Agnon: „In der C.emcii.sehalt der Frommen", Obersetzt von N. N. Glatzer und Gerhard Scholen». Jahresabonnement des „Morgen" für 12 Hefte RM. 12—, Einzelheft RM. 1.—. Für Bezieher Im Ausland erfolgt Umrechnung In Reichsmark nach der Währung des Landes. Zahlungen sind auf das Postscheckkonto der Philo Verlag u. Buch handig. GmbH., Berlin Nr. 83512 zu leisten. ♦ Manuskripte und Zuschriften sind an dl* Schriftieitung des „Morgen", Berlin W15, Pariser Str. 44 zu senden. / Für Manuskripte, die von der Schriftleitung nicht angefordert wurden, wird keine rechtliche Haftung übernommen; sie werden nur dann zurückgesandt, wenn Rückporto beiliegt. / Jeder Beitrag erscheint unter eigener Verantwortung des Verfassers. Nachdruck der Auflitze Ist nur mit Genehmigung der Autoren und des Verlages gestattet ♦ Schriftleitung t Stellvertr. Hauptschriftlelter: Dr. Hans Bach, Berlin Vertagt Philo Verlag und Buchhandlung GmbH, Berlin W15 Druck und Anzeigenannahme: Max Uchtwitx Berlin SW19. — DA. tV. Vj. 2000. 436

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