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Der Morgen · 1933-08-01 · Heft 3 (August 1933) · p. 232

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
9 (1933-1934)
Issue
Heft 3 (August 1933)
Article
[Rezension]
Date
1933-08-01
Page
232 (sequence 2)
Language
German
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Anzeigen Bamberger und Ludwig Strauß. Rühmlich zu vermerken, wie stetig das Gesamtwerk, fortschreitet. M.D. Die Thora. Ein Gemälde von Zigmunt Menkes. Die Frage, ob e3 eine jüdische Kunst gebe, wird nur dann unbedingt zu bejahen sein, wenn jüdisoher Künstlerwille aus intimer, ehrfürchtiger Beziehung zu einem j ü d i - sohen Gegenstand hervorquillt. Als echte Substanz des Gegenständlichen werden dem jüdischen Künstler vor allem die Gegebenheiten der Bibel und des jüdischen Kults erscheinen. Wo es ihm gelingt, das Künstlerisch- Formale, das wirkliche Kunst sein muß, mit altüberkommenen, ethisch fundanventierten religiösen Vorstellungen zu vermählen, darf er die Gewißheit haben, daß sein Werk die Seele in ihrer Begegnung mit Gott unmittelbar ergreift. Aus der wachsenden Zahl solcher Kunstwerke von jüdischer Hand, die in unseren Tagen entstanden sind, zieht sehen der Titel des großen Gemäldes „Die Thora" an, das au« dem Kunstschaffen des in Lemberg geborenen jungen Pariser Malers Zigmunt Menkes hervorgegangen ist. Das Thorabild1) zeigt die betende Gemeinde bei der ..Ilagbaha", dem „Aufheben" der Thorarolle nach Beendigung der Vorlesung aus ihr. Lobpreisend stimmen die Beter an: „Dies ist die Thora, die Mose auf Gottes Geheiß den Kindern Israels vorgelegt hat. «Ein Baum des Lebens ist sie denen, die an ihr festhalten, und die sich auf sie stützen, sind glücklich»" (Snr.Sal.3, 18). Die alte Weise klingt in der Formenkraft und in der Farbentönung des Gemäldes lebendig fort. Cber seinen äußerlich seltsamen Gestalten liegt eine Welt tiefen Glücks, der Gottesfurcht und Güte gebreitet. In ihrer Ehrfurcht vor der guttltchen Erhabenheit der Thora, die — um ein Wort Goethes zu gebrauchen — lehrt, was alle wollen sollten, sind sie beseligt, die Thorarolle zu berühren oder mit dem Saum des Gebetmantels sie zu küssen. Dieser religiöse Stimmungsgehalt entspricht durchaus dem persönlichen Erlebnis des Künstlers, der seine Studien in Krakau, Berlin und Paris absolviert hat. Ein wertvolles Zeugnis dafür, daß auch in unsrer materialistisch durchtränkten Zeit die Kunst Brücken zum Ewigen zu schlagen versteht. P.M ü 11 e r (Heidelberg). . Naturschutz und Judentum. Ein vernachlässigtes Kapitel jüdischer Sittenlehre. J. Kauffmann Verlag, Frankfurt. a.M. ig32. 48 S. Preis i.aoMk. Der Verfasser ist seit Jahren durch Schriften kulturphilosophischer Art bekannt, die er zum Teil unter dem Pseudonym Dr. Mehemed Emin Efendi veröffentlichte. Seine bedeutendste ist wohl: Kultur und Humanität. Im vorliegenden Büchlein erwartet man, als augenblicklich besonders aktuell, etwa die Frage des Schächtens erörtert; aber das geschient nicht. Der Titel müßte dann ja wohl auch „Tier"-Schutz lauten. Der Verfasser ist vielmehr persönlich sehr interessiert an Erhaltung und Schutz von Natur-Schönheiten und -denkmälern landschaftlicher, pflanzlicher und tierischer Art. Etwas erstaunt ist man über die Einordnung des Menschenschutzes unter diese Rubrik (Rassen, Sprachen). Als Jude kommt es dem Verfasser nun darauf an, die positive Einstellung seiner Rf-ligion zum Naturschutz an Proben vom Alten Testament bis zum Schulchan Aruch zu beweisen. Zwar unterliegt der Verfasser gelegentlich — wie dies ja oft in Laienkreisen geschieht — der Versuchung, aus primitiver Religion und Denkweise Erwachsenes mit modernen Begriffen zu deuten (vgl. die Mischgaltungcn); aber es ist ihm gelungen, die rücksichtsvolle Haltung der jüdischen Ethik gegenüber der Natur durch eine Auswahl von Belegen vor Augen zu führen. Die Ausführungen, leicht faßlich geschrieben, sind von einer hohen religiösen und ethischen Einstellung getragen. Wenn ein Aufgreifen und Weiterbilden altjüdischer Naturschutzforderungen in der Gegenwart angestrebt wird, so lohnt sichein Nachdenken dieser Ideen für Juden wie für Nichtjuden. v) Eine Originaltreue Reproduktion des Gemäldes ist als „Großer Farbiger Hanfstaengi- Druck" (100 x76 cm, Preis TtTl 35.—) herausgekommen.

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