Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 9 (1933-1934)
- Issue
- Heft 3 (August 1933)
- Article
- Die inneren Voraussetzungen für Hilfe und Aufbau im deutschen Judentum
- Date
- 1933-08-01
- Page
- 172 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2895450-2895515-2895519-2903086--06448-2903144- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Heinrich- Stern: Die inneren Voraussetzungen für Hilfe und Aufbau im deutschen Judentum nur als an ein Vergangenes erinnert, sondern wer die Urkräfte des Glaubens und des Strebens nach dem neuen Deutschland in seine Erziehung als wichtigsten Impuls hineinlegt, dabei natürlich keine Erziehung „zu nichtarischen Deutschen", ebensowenig aber eine Erziehung zum Nationaljudentum. Unsere national-jüdischen Brüder haben das Recht auf ihre Erziehungsmethoden auch in Deutschland Die Masse der deutschen Juden soll und will erzogen werden, wirtschaftlich, politisch, national für Deutschland, seelisch und sittlich zu gemeinschaftsfrohen und gemeinschaftsstolzen Juden. Wir sind und bleiben Gottes Volk. Halten wir seinen Geist lebendig, so ist unser Leben auch nützlich dem Valerlande. Weil wir Gott dienen, wollen wir Deutschland dienen, dienen selbst da, wo wir tief innerlich leiden. Aufbau heißt Streben, Glauben und Hoffen. Einer der größten deutschen Menschen, Gottfried Keller, hat nachstehenden Volksspruch wieder zu Ehren gebracht: „Hoffnung hintergehet zwar, Aber nur was wankelmütig Hoffnung zeigt sich immerdar Treu gesinnten Herzen, gütig, Hoffnung leget ihren Grund In das Herz, nicht in den Mund." Kerniger noch und tiefer hat es das Judentum ausgesprochen in sechs Worten: „im lau laaminu ki lau teomenu", „Wenn Ihr nicht glaubt, werdet Ihr nicht bewährt! Hoffet Ihr nicht, so haftet Ihr nicht." 172