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Der Morgen · 1932-08-01 · Heft 3 (August 1932) · p. 239

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
8 (1932-1933)
Issue
Heft 3 (August 1932)
Article
[Rezension] / Elbogen, Ismar
Date
1932-08-01
Page
239 (sequence 1)
Language
German
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Anzeigen Maximilian Stein: Vorträge und Ansprachen. Mit einem Geleitwort von Dr. Leo B a e c k. Herausgegeben v. der Großloge für Deutschland. VIII. U. O.B.B. Dritte ergänzte und vermehrte Aufl. Frankfurt"a. M. J. Kauffmann. 36o S. 4-— Mk. Nach wenigen Jahren konnten diese Vorträge und Ansprachen von Maximilian Stein in dritter Auflage erscheinen — ein erfreuliches Zeichen für die Beliebtheit und Nützlichkeit des Buches. Was heute vorliegt, ist nicht nur eine neue Ausgabe des alten, sondern ein neues Buch; der Umfang ist bedeutend erweitert, eine ganze Anzahl der früheren Stücke stark überarbeitet. Das Buch ist ein bewundernswertes Zeichen der Vielseitigkeit, des Gedankenreichtums, der Gestaltungskraft und Darstellungsgabe des Verfassers. Wohl sind es Vorträge und Ansprachen für bestimmte Gelegenheiten, aber der Verfasser strebt über das Augenblickliche und Einmalige des Anlasses immer zum Grundsätzlichen und Dauernden; darum sind seine Ausführungen stets anregend, noch heute ebenso frisch wie zur Zeit, da sie zuerst niedergeschrieben wurden. Lebendig ziehen an uns die Jahre des ..Parlaments der Religionen" in Chicago (1895), der aufflammenden Nietzsche-Begeisterung (1S9-), des ersten Zionislenkongresses (1898) wieder vorbei; wir folgen dem Verfasser willig, wenn er uns an Paul Heyse oder Ludwig van Beethoven erinnert — um nur an einige der dem Hauptgegensland des Buches fernerliegenden Themen zu erinnern. Die Mehrzahl der Ansprachen bezieht sich auf das Leben der Logen im deutschen Distrikt des Ordens Bnei Briss und zeigt, welche Fülle von sozialen, ethischen und kulturellen Problemen die Logen beschäftigt, wie viele talkräftige und pflichtbewußte Persönlichkeiten dem Orden dienen, zeigt auch, welch bedeutenden Anteil der Verfasser an der Entwicklung der Arbeit der Logen und an ihren Schöpfungen genommen hat. Den Mitgliedern der Logen wird das eine willkommene Erinnerung sein, aber weiten Kreisen darüber ninaus ein wertvolles Kulturdenkmal und ein schätzenswertes document humain. Der neuen Auflage ist ein Personen- und Sachregister beigegeben — ein Zeichen, daß das Buch viel benutzt wird, und sicher ein Ansporn, es häufig zu Rate zu ziehen. I.Elbogen. Lexikon derPädagogik derGegenwart. In Verbindung mit zahlreichen Fachgelehrten herausgeg. v. Deutschen Institut f. wiss. Pädagogik Münster i.W. Leiter d. Herausgabe: Privatdozent Dir. Dr. Jos. Spieler. I.Band: Abendgymnasium bis Kinderfreunde: II. Band: Kinderfürsorge bis Zwangszustände. Freiburg i. Br. ig3o bzw. ig32. Verlag Herder & Co. Geb. 32.— bzw. 36.— Mk. Das Werk, das ursprünglich wohl als Ergänzung zu dem alten Röloffschen Lexikon der Pädagogik gedacht war, ist über diesen Ausgangspunkt hinausgewachsen und zu einem selbständigen, umfassenden Nachschlagewerk für alle Fragen moderner Pädagogik und Erziehung, der Heilerziehung, des Schulwesens und der Schulorganisation geworden. Es ist vom katholischen Standpunkt aus geschrieben, zeigt aber erfreulicherweise auch Verständnis für alle anderen Richtungen und Strömungen und zieht diese weitgehend in den Kreis der Betrachtung ein. Auch das jüdische Bildungswesen, die jüdischen Jugendverbände, die Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden u.a.m. sind berücksichtigt. Das Buch enthält eine Fülle von Material und erweist sich, wie ich nach zahlreichen Stichproben sagen kann, als recht brauchbar. Es mag daher empfohlen werden. Erich Stern. Festschrift Hans Driesch zum 60. Geburtstag. 2 Teile. Verlag E. Reinicke. Leipzig 1927. Der erste Teil „Wissen und Leben", von Freunden des Philosophen beschickt, bringt neben knappen Würdigungen Abhandlungen, die mit Drieschs wissenschaftlichem Werk in Zusammenhang stehen. W. Stern steuert seinen Briefwechsel mit Ed. v. Hartmann über „Ewigkeit oder Endlichkeit des Lebens" bei (er entscheidet sich gegen H. für die Ewigkeit). E. Becher verteidigt seine psychistische Gedächtnishypothese gegen physiologische Theorien. H. Schneider will dem „Ding an sich" bestimmte Züge abgewinnen. Breysig und Kestner behandeln Geschichtsphilosophisches. Breysig Fragen der historischen Dynamik, Kestner überpersönliche Einheiten (Volk, Staat) unter biophilosophischem Gesichtspunkt. Wolff polemisiert gegen die angebliche Zweckfreiheit des Ganzheitsbegriffs, Ungerer erörtert die Geltung des Vitalismus, Radi versucht eine Brücke von Biologie zu Geisteswissenschaften zu schla- 239

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