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Der Morgen · 1932-06-01 · Heft 2 (Juni 1932) · p. 157

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Journal
Der Morgen
Volume
8 (1932-1933)
Issue
Heft 2 (Juni 1932)
Article
[Rezension]
Date
1932-06-01
Page
157 (sequence 2)
Language
German
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Anzeigen werden Buber und Rosenzweig und der sozialistische Pädagogiker Bernfeld gewürdigt.) Max Wiener. Die Religion in Geschichte und Gegenwart. Verlag J. C B. Mohr. Tübingen ig3i. Bd. 5. Sp. 193—2i58. Das große und treffliche Nachschlagewerk ist damit vollendet. Auf folgende unsere Leser besonders interessierende Artikel sei hingewiesen: Schmone Esre (Elbogen); Schöpfung im A.T. (Gunkel); Seelsorge (Faber); Segen und Fluch im A. T. (Hempel); Semiten (Stanley A. Cook); Siloahinschrift (Sellin); Simson (Gunkel); Sintflut im A.T. (Sellin); Sittlichkeit im A.T. (Gunkel); Jüdische Sittlichkeit (Baeck); Religiöser Sozialismus (Tillich); Speiseverbote (Hehn, Baeck); Spinoza (Heinrich Hoff mann); Sprüchebuch (Gunkel); Steinheim, Salomon (Baeck); Steinthal (Baeck); Sünde und Schuld im Judentum (Baeck); Synagoge, dazu Bildtafel (Elbogen); Teil el Amarna (Baumgartner); Tempel, Salomonischer und Herodianischer (Galling); Text und Textkritik der Bibel (Baumgärtel); Tora (Haller — ganz in der alten, doch schon vielfach überholten Theorie —); Tradition, jüdische (Elbogen); Trauergebräuche im A.T. (Bertholet): Universalismus und Partikularismus im A.T. (Haller); Urim und Tummim (Bertholet); Vater Unser (Michel); „Verdienst'* im Judentum (Baeck); Vereinswesen, jüdisches (Elbogen); Vergeltung im A.T. (Gunkel) — hier wäre Einspruch zu erheben gegen die Behauptung, daß im Pharisäismus der Glaube an den Lohn zur Herrschaft gekommen sei —; Vergeltung im Judentum (Baeck); Versöhnung im A.T. (Procksch); Versöhnung im Judentum (Baeck); Völkische Religion (Weinel — mit wohltuender Ablehnung der antisemitischen Gedankengänge); Wohlfahrtspflege, jüdische (Baeck); Wunder im A. T. (Hans Schmidt); Wunder im Judentum (Fiebig); Zebaoth (Gunkel); Zehnte (Bertholet, Eissfeldt); Zephanja (Volz); Zionismus (Guttmann); Zunz (Elbogen); Zweig, Arnold und Zweig, Stefan (Krevels). Man vermißt die Stichworte: Talmud und Jüdische Theologie. Ein Registerband ist für den Sommer 1982 angekündigt, er soll die Brauchbarkeit des Handwörterbuches noch erhöhen. Von ihm wird nach dem Erscheinen zu berichten sein. M. Dienemann. Josef Kastein: Eine Geschichte der Juden. Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1981. 633 S. Geh. Mk. 9.—, Ln. Mk. i2.5o, Hled. Mk. 16 — Kastein schreibt eine Geschichte der Juden. Er faßt dieses Werk in einen Band zusammen. (Graetz nannte sein Werk in elf Bänden „Geschichte der Juden", Dubnow nannte sein zehnbändiges Werk „Weltgeschichte des jüdischen Volkes".) Die Zusammenfassung auf engstes Ausmaß ist teilweise dadurch erreicht worden, daß 'Anmerkungen und Noten unterblieben. Sie ist weiterhin dadurch erleichtert, daß Persönlichkeiten, die sonst in jüdischen Geschichtswerken zu finden sind, entweder unerwähnt bleiben oder in knappen, allernotwendigsten Hinweisen behandelt sind. Vollends gelungen ist diese Zusammenfassung dadurch, daß lediglich der Sinn in der Existenz des jüdischen Volkes und seine geschichtliche Verantwortung aufgewiesen werden soll. Hier ist also Geschichte als ein sittliches Problem erfaßt, bei dem es um Freiheit und Erhaltung der besonderen Sendung des Judentums geht, bei dem Menschen nur als Träger überzeitlicher Aufgaben gelten. Die Eigenart der jüdischen Sendung wird an der Geschichte des jüdischen Volkes gezeigt, die Sonderheit wird betont, weil klare Scheidung — die nicht Trennung bedeuten soll und die eines Tages entbehrlich werden wird — schöpferisch sein kann. Der Kampf um die nackte Existenz habe die Juden an ihrer Sendung und Aufgabe untreu werden lassen, sie sind zu einem Objekt der Geschichte geworden und werden nach Kasteins Darlegung dank der zionistischen Bewegung wieder Subjekt ihrer Geschichte werden. Eine Geschichte der Juden soll das Kasteinsche Werk sein, weil es subjektiv geschrieben, von der persönlichen Verantwortung getragen ist. Aus dem Verantwortungsgefühl heraus soll sich Objektivität ergeben. Kastein schrieb diese Geschichte in gradliniger Gedankenführung; er bringt den Stoff der Geschichte, das Für und Wider in unparteiischer Weise, gibt ihm aber verschiedentlich die Ausdeutung, die zwar seiner Sinngebung dient, aber doch eine Abbiegimg bedeutet. Gedankenreichtum, klare Sprache, Großzügigkeit der Konstruktion geben dem Buche großen Wert. S. L e v i. 157

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