Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 8 (1932-1933)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1932)
- Article
- Aus dem Dramatischen Mysterium: "Der Weg des Gewaltigen"
- Date
- 1932-06-01
- Page
- 131 (sequence 1)
- Language
- German
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Aus dem Dramatischen Mysterium: „Der Weg des Gewaltigen" Von Emst Lissauer Vorbemerkung. Die Dichtung behandelt die Überlieferungen der Bücher Mose in freier Weise und versucht den dreifachen Kampf darzustellen, in dem der Gewaltige zur Vollendung empordringt: mit sich selbst; mit dem Volk; mit dem Ewigen. Im Vorspiel, das sich in der Ewigkeit begibt, bittet der „Engel Hüter der Zeiten" den Ewigen um die Seele des Moses, auf daß sie das Volk Israel aus der ägyptischen Fron rette. Als nun die Seele des Moses ihr Schicksal wählen soll, ist es dies: „die ewige Strahlnis einzusaugen und auszustrahlen". Und sie beharrt, obwohl der Ewige ihr verkündet, daß sie um solches zu erfahren, in die Irre gehen und zutiefst leiden muß. Dies vollzieht sich nun in dem eigentlichen Drama. Zum Verständnis der mitgeteilten Bilder ist jedoch nur noch nötig, zu wissen: Moses ist wohl der Führer des Volkes, aber er spürt den ungeheuren Abstand zwischen ihm und sich, es ist ihm mehr der Stoff, aus dem er seine Vision bildet, er liebt die Menge nicht. Das achte Bild gibt den Abfall zum goldenen Kalb, Moses wendet sich voll ingrimmigster Verachtung von Israel ab und damit von seiner Sendung. Bild 10—12 gibt sein Ringen mit Gott und den Engeln wieder. In den folgenden Bildern wird gezeichnet, wie Moses zu dem liebenden und geliebten Führer wird, der über sich selbst die Sühne verhängt, das gelobte Land nicht zu betreten. 131 9: