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Der Morgen · 1930-10-01 · Heft 4 (Oktober 1930) · p. 361

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
6 (1930-1931)
Issue
Heft 4 (Oktober 1930)
Article
Die antiken Synagogen Galiläas
Date
1930-10-01
Page
361 (sequence 6)
Language
German
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Die antiken Synagogen Galiläas staltung der Front des AUerheiiigsten, z.B. im kleinen Tempel der Atargatis in B a'a 1 b e k, daß eine formale Beziehung recht wahrscheinlich ist Um so bedeutsamer bleibt die Umkehr der Orientierung des Innenraums. Die von der Deutschen Orientgesellschaft untersuchten Synagogen Galiläas, die in ihrer Bauform und ihrer Ausstattung eine einheitliche Gruppe bilden, wurden von uns in den Verlauf des 3. Jahrhunderts nach Chr. datiert. Die Synagoge von Teil Hüm kann als eine der ältesten aus dem Anfang des 3. Jahrhunderts angesprochen werden. Gegen diese Datierung hat Orfali in seiner Veröffentlichung der Ausgrabung der Franziskaner, für die er in einer sonst unter Fachgenossen nicht üblichen Weise unsere sämtlichen Aufnahmen und Abbildungen ausgenutzt hat, Widerspruch erhoben. Er glaubt in dem Bau die Synagoge des Hauptmanns aus der Zeit Jesu erkennen zu dürfen.: Daß die uns erhaltene Synagoge auf der Stelle einer älteren steht, die vielleicht die des Hauptmanns gewesen ist, erscheint wohl möglich. Nur ist bei den Ausgrabungen von ihr auch nicht ein Stein gefunden worden, wohl einfach aus dem Grund, weil sie a.us vergänglicherem Material, Holzfachwerk und Ziegeln, errichtet gewesen sein wird. Aber der Bau, den jetzt die Franziskaner wieder neu errichten, ist nach den Formen und der Ornamentierung seiner Bauglieder so untrennbar verbunden mit der syrischen Architektur der späteren Kaiserzeit, daß kein Archäologe auch nur einen Augenblick eine frühere Datierung, und gar eine in den Anfang des i. Jahrhunderts nach Chr., erwägen wird. Gerade das 3. Jahrhundert nach Chr. war nach der Überlieferung eine Glanzzeit der Rabbis in Galiläa. Seit der römische Kaiser Septimius Severus im Jahre 199 seine große Reise durch Syrien und Palästina gemacht hatte, war an die Stelle der früheren kaiserlichen Verfolgungspolitik gegenüber den Juden eine Politik der Duldung getreten, die auch von seinem Sohn und Nachfolger Caracalla weitergeführt worden ist. Es ist eine durch vielfache Beobachtungen gesicherte Tatsache, daß die kaiserlichen Reisen in den Provinzen immer die leeren Kassen der Gemeinden und der Tempelverwaltungen wieder auffüllten, und daß dann im Anschluß an den Aufenthalt des Kaisers an den von ihm berührten Orten eine verstärkte Bautätigkeit einsetzte. Es scheint mir daher auch heute noch durchaus möglich, daß kaiserliche Freigebigkeit mitgewirkt hat, wenn gerade seit dem Anfang des 3. Jahrhunderts so stattliche 24 361

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