Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 6 (1930-1931)
- Issue
- Heft 3 (August 1930)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1930-08-01
- Page
- 311 (sequence 2)
- Language
- German
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Anzeigen erscheinen lassen: „Neuhebräische Dichlerschule der spanisch-arabischen Epoche". Nun weckt Rosenzweigs Übersetzung das Interesse in starkem Maße. Was ihn zu seinem Werke besonders befähigt, ist seine Glaubensververwandtschaft mit Jehuda, wie sie etwa im „Stern der Erlösung" zu spüren ist. Bewußt will Rosenzweig auf ein Abmildern des uns Fremden in Form, Bild und Stil verzichten. Er will keine Nachdichtung geben, keine Modernisierung Jehudas. So hat er Versmaß, Reim, Wortbild, Satzbau, Silbenzahl der Urform durchschimmern lassen. Es läßt sich denken, wie schwierig sich die Lösung dieser Aufgabe gestaltete. Der Grad des Herüberhörens aus dem Hebräischen ins Deutsche, wie ihn die Buberbibel bringt, ist hier, zumal im Wortschatz, nicht erreicht. Gelungen ist es Rosenzweig, die Wucht des Bekenntnisses nachzuformen, auch wenn, er beim gleichen Text die Formaufgabe des Endungsreimes zu lösen hatte. Ohne Gewaltsamkeiten gegenüber der deutschen Sprache konnte der Übersetzer freilich nicht auskommen. Mit Recht ist die Zionide an den Schluß gestellt. In den Erläuterungen, die etwa zwei Fünftel des Buches einnehmen, gibt Rosenzweig jeweils verschiedene Ausgaben zum Nachschlagen an, auch Gebetbücher. Von den sachlichen Erklärungen trennt er ab, was „zur Übersetzung" zu sagen ist. Die ersteren sind nicht philologische Einzeldeutungen, sondern versuchen jeweils, aus innerer Gesamtschau Verständnis zu erschließen. Sie stellen sich unter den Text und wirken „erbaulich", wie Homilien gegenüber dem Bibeltext. Sie tragen ihre Stärke darin, daß sie ihrem Verfasser Bekenntnis werden, wie die Gedichte dem ihrigen. Gerade die extreme Durchführung des Grundsalzes,, das Original sprechen zu lassen, macht diese Ausgabe zur rechten Einführimg in die Welt mittelalterlich-jüdischer Dichtung. Hoch anzuerkennen ist, daß der Verleger in großzügiger Weise für den würdigen Inhalt die würdige Buchform zu finden wußte, geradezu einen liturgischen Prachtband schaffend. Über die Grenzen des Judentums hinaus wird diese nacherlebte lapidare Kraft den Gegenwartsmenschen, der Sinn für hochwertige religiöse Dichtung hat, ansprechen. Adolf Wendel. Die Religion in Geschichte und Gegenwart. 2. Auflage. Herausgegeben von Hermann G u n c k e 1 und Leopold Zscharmack. Lieferungen 46—70 (Bd. III Bgn. 52—68, Sp. 1637—2175) und 71—78 (Bd. IV, Bgn. 1—23, Sp. 1—352). J. C.B.Mohr, Tübingen 1929 u. ig3o. Je Lieferung m 1.80. Aus den den jüdischen Leserkreis besonders angehenden Artikeln seien hervorgehoben: Maimonides (Guttmann), Makkabäerbücher (Baumgartner), Maleachi (Haller), Manasse (Alt u. Baumgartner), Melchisedek (Emckel), Menahem (Alt), Moses Mendelssohn (Baeck), Mesa (Lellin), Messias (Hans Schmidt u. Baeck), Micha (Haller), Midjaniter (Alt), Minderheiten (Schian), Mischna, Midrasch, Talmud (Elbogen), Moabiter (Alt), Jüdische Monate (Ludwig Köhler), Monotheismus (Haller), Mostara (Mulert), Mose (Gunkel), Mosasbücher (Bertholet), Mosessegen, Moseslied (Gunkel), Musik und Gesang in Israel (Gunkel), Synagogale Musik (Elbogen), Jüd. Mvstik (Baeck), Nahum (Haller), Nasiraeer (Alt), Nebukadnezar (Opitz), Nehemia (Haller), Neuplatonismus (Dodds), Neupythagoraeer (Windisch), Noachische Gebote (Beltmann), Numeri (Bertholet), Numinos (Mensching), Obadja (Haller), Offenbarung im Judentum (Baeck), Omri (Alt), Opfer im A.T. (Einfeld), Julius Oppert (Rühle). — Im Artikel Militärseelsorge fehlt leider jede Notiz über die jüdische Militärseelsorge im Weitkrieg. M.D. 3tt