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Der Morgen · 1930-04-01 · Heft 1 (April 1930) · p. 59

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
6 (1930-1931)
Issue
Heft 1 (April 1930)
Article
Da Hüo - Die Große Wissenschaft
Date
1930-04-01
Page
59 (sequence 5)
Language
German
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Da Hüo — Die Große Wissenschaft hat, ehe er ihn an andern tadelt Wenn er in seiner Persönlichkeit etwas birgt, das nicht mit dem Gesetz der Übertragung und des Mitgefühls stimmt, so ist es ausgeschlossen, daß er andere darüber aufklaren kann. Darum beruht die Ordnung des Staates auf der Regelung des Hauses. 7. Friede auf Erden. Damit, daß die Befriedung der Welt auf der Ordnung des Staates beruht, ist folgendes gemeint: Wenn die Oberen die Greise ehren, so blüht im Volk die Kindesehrfurcht. Wenn die Oberen die Ältesten achten, so blüht im Volk die Brüderlichkeit. Wenn die Oberen sich der Waisen erbarmen, so vernachlässigt das Volk sie nicht. So hat der Edle den Weg zur Anlegung des Winkelmaßes. Was du an deinen Oberen hassest, das tu nicht deinen Untergebenen an. Was du an deinen Unteren hassest, damit diene nicht deinen Oberen. Was du an deinem Vorgänger hassest, das hinterlasse nicht deinem Nachfolger. Was du an deinem Nachfolger hassest, damit folge nicht deinem Vorgänger. Was du an deinem Nachbar zur Rechten hassest, das füge nicht deinem Nachbar zur Linken zu. Was du an deinem Nachbar zur Linken hassest, das füge nicht deinem Nachbar zur Rechten zu. Das ist der Weg zur Anlegung des Winkelmaßes. Wer die Mengen für sich hat, hat den Staat; wer die Mengen verliert, verliert den Staat. Darum achtet der Edle zuerst auf die Geisteskräfte; hat er die Geisteskräfte, so hat er die Menschen; hat er die Menschen, so hat er die Erde; hat er die Erde, so hat er die Güter; hat er die Güter, so hat er, was er braucht. Die Geisteskraft ist die Wurzel, die Güter sind die Verzweigungen. Wer die Wurzel für etwas Äußerliches nimmt und die Verzweigungen für etwas Inneres, der streitet mit dem Volk und macht es zu Räubern. Darum: wer die Güter sammelt, der zerstreut die Menschen; wer Güter ausstreut, der sammelt die Menschen. Wie ein unrechtes Wort, das von uns ausgeht, uns ein unrechtes Wort einbringt, so werden Güter, die unrecht gewonnen sind, auch unrecht zerrinnen. Wer einen Würdigen sieht und nicht imstande ist, ihn zu erheben; wer ihn erhebt aber nicht bevorzugen kann, der macht sich einer Unterlassung schuldig. Wer einen Untüchtigen sieht und kann ihn nicht absetzen; wer ihn' 59

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