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Der Morgen · 1929-12-01 · Heft 5 (Dezember 1929) · p. 522

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Journal
Der Morgen
Volume
5 (1929-1930)
Issue
Heft 5 (Dezember 1929)
Article
Juden und Araber in Palästina
Date
1929-12-01
Page
522 (sequence 47)
Language
German
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II. Di© Beziehungen zwischen Juden und Arabern Die Tatsache, daß Araber bei Juden nicht kaufen und ebenso der verständliche Wunsch jüdischer Kaufleute, in die Judenquartiere ihren Handel zu verlegen, ist wirtschaftlich sehr bedenklich. Die Anlage von ausländischem Kapital für industrielle oder sonstige Zwecke ist vorerst nicht zu erwarten. Dazu kommen die Kosten, die das gesamte Land für die erneute Besatzung wird tragen müssen. Daneben aber wirken die politischen Verhältnisse in den verschiedenen arabischen Ländern auf die englische Regierung zu Ungunsten der Juden. Durch die Politik der englischen Arbeiterregierung sollen die englischen Besatzungstruppen in Ä g y p t e n allmählich an den Suezkanal gezogen werden. Der Druck der englischen Regierung hat die ägyptische Regierungsdiktatur aufgehoben. Ein Parlament ist wieder gewählt, die traditionelle, erbitterte Feindschaft der ägyptischen Nationalpartei (Wafd) gegen Großbritannien wandelt sich. Das bedeutet für die englische Politik, die ja nicht mehr mit dem Säbel in Ägypten regieren kann noch will, die Aufgabe, mit den ägyptischen Arabern möglichst in Frieden zu leben und sie nicht zu reizen. Demgemäß wird sich ihre politische Haltung auch in Palästina bestimmen. Wichtige Rücksicht hat auch die englische Regierung auf den einflußreichen König Ibn Saud von Hedschas und Neschd zu nehmen, der sich auf der arabischen Halbinsel einen achtunggebietenden Staat aufgebaut hat.1) Auch mit ihm in Freundschaft auszukommen, muß sich die englische Regierung zur Aufgabe stellen. Die Grenzen zwischen Hedschas, Irak und Transjordanien sind leicht zu überschreiten. Einfälle arabischer Truppen in diese Länder will England unter allen Umständen vermieden sehen. (Neuestens ist England auch dabei, mit Sultan Jachja von Jemen Frieden und Verträge zu schließen [Neue Zürcher Zeitung, Nr. 2260, 21. November 1929: „Großbritannien und Jemen"]. Korrekturzusatz des Verf.). Schließlich hat England die Zügel in Irak gelockert Ja, es hat erklärt, das Mandat über Irak 1982 aufzuheben und ihm volle Unabhängigkeit zu gewähren. Die Aufnahme in den Völkerbund ist dann in Aussicht gestellt: ebenso wie dem Eintritt Ägyptens in den Völkerbund nach Abschluß des geplanten Bündnisvertrages zwischen ihm und England nichts mehr im Wege steht. Schon wird geschrieben, daß der Eintritt Ägyptens, später Mesopotamiens, vielleicht noch anderer mohammedanischer Staaten, in den Völkerbund die Bildung eines vorderasiatischen 1) Näheres bei Topf, S. 114- 52t

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