Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 5 (1929-1930)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1929)
- Article
- [Rezension] / Perles, Felix
- Date
- 1929-06-01
- Page
- 204 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Anzeigen Der Große Brockhaus. Handbuch des Wissens in zwanzig Bänden. Fünfzehnte völlig neu bearbeitete Auflage von Brockhaus' Konversationslexikon. Zweiter Band: Asu—Bla. 792 Seiten. Lex.-S°. Leipzig. F. A. Brockhaus. 1929. Der eben erschienene zweite Band hält sich nicht nur, was ja selbstverständlich ist, auf der Höhe des ersten, sondern übertrifft ihn noch wenn möglich an Aktualität. So erfahren wir unter „Ätna" schon von dem Ausbruch im November 1928. Die allerneuesten Errungenschaften wie „Ätherwellenmusik" oder „Bildtelegraphie" und die Theorien über „Atomzertrümmerung" sind in besonderen Artikeln dargestellt. Heute so wichtige Fragen wie „Aufwertung", „Außenhandel", „Auswanderung", „Bevölkerung" sind ausführlich behandelt. Für Freunde von Literatur und Wissenschaft sind Artikel über „Bibliographie", „Bibliotheken", für Kunstfreunde solche über „Barock", „Baukunst", „Bildhauerkunst'", „Bildermalerei" mit reichem Illustrationsmaterial vorhanden. Man findet auch eine zwar kurze, aber zuverlässige Orientierung über die „Bibel". Das jüdische Schrifttum betreffen die nachstehenden Artikel: „Baal Schem-Tob", „Bacher", „Bachja ibn Pakoda", „Baeck", „Ben Ascher", „Berliner (Abraham)", „Bernstein (Aron)", „Bar Kochba", „Bialik". Von jüdischen Persönlichkeiten allgemeinen Interesses sind (größtenteils mit Bild oder Autogramm, doch meist ohne Angabe ihrer Konfession) Berthold Auerbach, Albert Ballin, Robert Barany, Ludwig Barnay, Henri Bergson behandelt. F.Perles. Die Darmstädter Pessach-Haggadah. Mit einer Gesamtbiographie der illustrierten Haggadah herausgegeben und erläutert von Bruno Italiener. Textband: Lexikonoktav 18X28 cm. VII, 296 Seiten- Mit 16 einfarbigen Lichtdruck tafeln.' Ganzleinenband. 1927. M. Co.—. Tafelband: Folio 25X35 cm. 1928. Einmalige Auflage von 35o nummerierten Exemplaren. 1928. %Yl 3ao. Verlag Karl W. Hiersemann, Leipzig. Die Landesbibliothek in Darmstadt besitzt als einen ihrer köstlichsten Schätze eine illustrierte aus dem 14- Jahrhundert stammende Haggadah-Handschrift. Rabbiner Dr. Italiener, früher in Darmstadt, jetzt in Hamburg, hatte sich der dankenswerten Aufgabe unterzogen, die Handschrift herauszugeben und sie literarkritisch zu bearbeiten. Nachdem vor Jahresfrist bereits als erster Band die Beschreibung der Handschrift erschienen war, liegt nun als zweiter Band das Faksimile der Handschrift vor. Der Verlag Karl W. Hiersemann in Leipzig hat die sämtlichen 116 Seiten der Handschrift in Originalgröße und in den Originalfarben in Farbenlichtdruck reproduziert, so daß man eine das Original getreu abbildende Wiedergabe in Händen hat. Dadurch ist man in der Lage, nicht nur in den Haggadah-Text der Handschrift und des ihm beigegebenen alten Kommentars Einblick zu nehmen, sondern auch in den reichen Illustrationsschmuck der Handschrift sich zu vertiefen und ihn nach Gebühr zu genießen. Fünfzehn ganzseitige Miniaturen und elf Seiten mit farbigen Initialen bilden diesen Schmuck. Sie sind ein höchst wertvolles Quellenmaterial zur Kultur-, Sitten-, Trachten- und Religionsgeschichte der Zeit und veranschaulichen die starke Verbundenheit der Juden jener Tage mit den Ausdrucksformen der künstlerischen Kultur ihrer Umgebung. Aus der Fülle der Bilder seien besonders genannt die den Schluß der Handschrift bildenden Miniaturen der Darstellung einer Hasenjagd und eines Jungbrunnens. Die Illustration ist um, etwa ein 204