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Der Morgen · 1928-04-01 · Heft 1 (April 1928) · p. 106

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Journal
Der Morgen
Volume
4 (1928-1929)
Issue
Heft 1 (April 1928)
Article
[Rezension]
Date
1928-04-01
Page
106 (sequence 2)
Language
German
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Anzeigen wollen! Der Traum von einem freien, schönen und gerechten Lehen läßt sich in dieser unfreien, unschönen und ungerechten Welt ohne gigantische Anstrengung und tragische Verwirrung durch einen Einfältigen des Geistes und Herfens wie Zenobi nur verwirklichen, indem er auf der schmalen Scheide zwischen Schein und Sein nachtwandlerisch unbekümmert, anmutig tänzerisch schwebt. Es macht 'den besonderen Zauber des Romans aus, daß auch der Erfinder dieserFigur mitüberlegener Sicherheit für seine Gestalt die immanente Form fand, den kurvenhaften Gang der Handlung, den, nur zur geistreichen Kontrapunktierung des Themas unterbrochenen, schwingenden Erzählerton, endlich den geographisch und geschichtlich leicht fixierbaren, doch zugleich symbolhaft-unwirklichen Raum, eine Welt mehr des Scheins als des Seins. Es ergeht einem mit dem Buche merkwürdig, wenn man es, was doch jedes gute Werk fordern darf, zum zweitenmal liest. Nun erst schaut man ahnend in die Hinter- und Untergründe dieser scheinbar reflexionslosen Geschichte und wird zu allerhand Gedanken verführt über das, was einer ist und was er vorstellt, und wie beides oft, wunderlich ineinander verfilzt, tief im Wesen des sozialen Lebens überhaupt verwurzelt ist. So gibt Zenobi, ohne es zu wollen, etwas Paradoxes — eine Art Tiefenpsychologie der Oberfläche. Hans Poeschel. Das Februarheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissensch afl des Judentums beginnt mit einem Rückblick auf die 25jährige Arbeit der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums aus der Feder von Prof. Elbogen. Unter den zahlreichen Aufsätzen des Heftes darf eine Arbeit von Harold M. Wiener über das Deuteronomium besondere Aufmerksambeanspruchen. Der greise Gelehrte M. Weisberg weiß den Kampf der Aufklärung in Galizien mit Lebendigkeit darzustellen. Zwei Sammelbesprechungen beschließen das Heft. J. Neue Bücher An dieser Stelle erfolgt eine Aufzählung der dem Morgen zur Besprechung zugehenden Neuerscheinungen, ohne daß damit ein Werturteilausgesprochen sein soll. Eine spätere besondere Besprechung eines Teils der Veröffentlichungen behält sich die Schriftleitung vor, ohne eine Verpflichtung dazu anzuerkennen, soweit es sich um unverlangte Zusendungen handelt. Willy Staerk: Alttestamentliche Frömmigkeit und Volkswiederaufbau. Furcheverlag Berlin 1928. 26 S. 1.— Mk. Führende FrauenEuropas. 16Selbslschilderungen, herausgegeben von Elga Kern. Verlag Ernst Reinhardt, München. 7.5o Mk. Aus unbekannten Schriften. Festgabe für Martin Buber zum 5o. Geburtstag. Verlag Lambert Schneider, Berlin. 7.— Mk. Geist und Gesellschaft. Kurt Breysig zum 60. Geburtstag. III. Band: Vom Denken über Geschichte. Verlag M. u. H. Markus, Breslau 1928. 10.— Mk. William Waldemar Petersen: Das Tier im Allen Testament. J. Kauffmann, Frankfurt a. M. 1928. 83 Sbrosch. 2.5o Mk. Isak Unna: Tierschutz im Judentum. J. Kauffmann, Frankfurt a.M. 2^S. o.8oMk. Walter Benjamin: Ursprung des deutschen Trauerspiels. Ernst Rohwolt, Berlin. 267 S. Festschrift zum 70. Geburtstag von Moritz Schaeffer. Philoverlag Berlin. 273 S. J. Kracauer: Geschichte der Juden in Frankfurt a. M. 2. Band. J. Kauffmann. Frankfurt a. M. 553 S. brosch. i2.5o Mk. Ein Inhaltsverzeichnis der im 3. Jahrgang erschienenen Beitrage folgt in der nächsten Nummer. Diesem Heft liegt ein Prospekt des Verlages Dr. Benno Filser-Augsburg bei Ober das Werk „Alt jüdische-. Schrifttum außerhalb der Bibel" von Prof. Dr. Paul Rießler-Tübingen. Herausgeber und Schriftleitung: Professor Dr. Julius Goldstein, Darmstadt. Bedcstr. 87. / Verlag: PhUoverlag Berlin S. W. 68, Llndeastr. 13III. / Druck: Roetherdruck G.m.b.H., Darmstadt, Bleichstr. 24. 106

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