Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1928)
- Article
- Bodenrecht und Bibel
- Date
- 1928-02-01
- Page
- 621 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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M. A. Loeb: Bodenrecht und Bibel Arbeitswilligen Arbeit zu geben, war es die Lektüre der Bibel, die den Grund zu seiner Lehre gelegt bat Besser als aus dem oben erwähnten Hauptwerke erhellt sich dies aus einem von ihm gehaltenen Vortrage: „Moses", der gleich seinem Hauptwerke in unzähligen Exemplaren besonders im anglosächsischen Sprachgebiet ververbreitet ist Dort heißt es: „Und doch, trotz dieser wunderbaren Zunahme der Erkenntnis, trotz all dieses enormen Zuwachses von produktiver Kraft, wo ist das Land in. der zivilisierten Welt, in welchem heutzutage keine Not und kein Leiden wäre, wo die Massen nicht verdammt sind ohne Unterlaß zu arbeiten und alle Klassen nicht von jener Gewinnsucht verfolgt sind, welche das Leben zu einem unwürdigen Kampf um das Verdienen und das Erhalten macht? Dreitausend Jahre des Fortschritts und immer noch ertönt die Wehklage: «Sie haben unser Leben durch harte Knechtschaft verbittert mit Mörtel und mit Backsteinen und durch alle Art von Arbeit» Dreitausend Jahre des Fortschritts — und die mitleiderregenden Stimmen von kleinen Kindern tönen mit in das Wehklagen! Wir schreiten vor und vor; wir umgürten Kontinente mit Eisenbahnen, verbinden Städte durch Telegraphennetze, jeder Tag bringt einen neuen Fortschritt Die Macht der Produktion nimmt zu, und die Wege des Austausches werden frei gemacht und verbreitert Dennoch wird die Klage über sclilimme Zeiten lauter und lauter, und überall gibt es Menschen, welche von Sorge bedrängt und von der Furcht der Not verfolgt werden. Unaufhaltsam und mächtig schreitet das Vermögen der Menschenhände, menschliche Bedürfnisse zu befriedigen, vorwärts. Und dennoch wird der Kampf um die bloße Existenz immer intensiver, und menschliche Arbeit wird zur billigsten aller Waren. Neben überfüllten Magazinen sinken menschliche Wesen schwach vor Hunger und Kälte hin; im Schatten der Kirchen gärt das Laster, welches die Not geboren hat" „Überall in den mosaischen Institutionen ist das Land als die Gabe des Schöpfers für alle seine Geschöpfe angesehen, welche niemand das Recht hat, zu monopolisieren. Überall heißt es nicht: «dein Grundstück», oder «dein Besitz», nicht «das Land, welches du kauftest», oder «das Land, welches du erobertest», sondern: «das Land, welches der Herr, dein Gott, dir gibt», «das Land, welches der Herr dir leiht», und durch praktische 621