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Der Morgen · 1928-02-01 · Heft 6 (Februar 1928) · p. 590

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 6 (Februar 1928)
Article
Jüdische Wanderungen
Date
1928-02-01
Page
590 (sequence 5)
Language
German
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Michael Traub Leider enthalten die sonst sehr ausführlichen amerikanischen Berufstabellen keine Rubrizierung der Einwanderer nach Geschlechtern. Eine numerische Feststellung der berufslosen jüdischen Immigrantinnen ist daher unmöglich. Approximativ greifen wir aber keineswegs zu hoch, wenn wir die Zahl der Nicht-Erwerbstätigen unter den jüdischen Immigrantinnen mit zwei Dritteln der gesamten jüdischen Frauenauswanderung einschätzen. 69827 berufslose jüdische Frauen (über i4 Jahre)1) wären somit 1915—1924 nach den Vereinigten Staaten immigriert Insgesamt erreichte die jüdische „no-occupation" Gruppe während dieses Jahrzehnts 188 209 Seelen. Nach Abzug der Kinder und der nicht-erwerbstätigen Frauen (über i4 Jahre)1) ergibt sich daher, daß nur i5497 berufslose Juden (Männer über i4 Jahre)1) 1915—1924 nach den Vereinigten Staaten eingewandert sind. Die jüdische Männereinwanderung war demnach zu 86,80/b erwerbstätig. Der größte Teil der Berufslosen bestand aus Frauen und Kindern. Dementsprechend ist auch während der Immigrationsjähre 1918—1922, die einen ausgesprochenen Familiencharakter tragen, eine besondere Steigerung des Berufslosen-Prozentsatzes zu verzeichnen. So brachte 1918, das Maximaljahr der jüdischen Frauen- und Kinder-Einwanderung, mit 69,44% die relative Höchstzahl jüdischer Berufsloser. Hingegen fällt im Jahre 1916 der minimale Prozentsatz der Berufslosen (42,77%) mit dem der Frauen- und Kinder-Einwanderung zusammen. Auf eine Zunahme nicht-erwerbstätiger Elemente unter den männlichen jüdischen Einwanderern läßt anscheinend das Jahr 1924 schließen: trotz relativer Verminderung der Frauen- und Kinder- Einwanderung ist in diesem Jahre auch der Prozentsatz der Erwerbstätigen von 48,750/0 (1923) auf 46,7 (1924) zurückgegangen. Im Durchschnitt der zwei letzten Jahrfünfte hat der jüdische Berufslosen-Prozentsatz (ebenso wie der Frauen- und Kinder-Prozentsatz) eine beträchtliche Steigerung erfahren: 1915—1919=47,720/0, 1920—1924 54,74%- Infolge des rascheren Anwachsens des Kinder- und Frauen-Prozentsatzes ist auch die „no-occupation" Gruppe in der nichtjüdischen Einwanderung in stärkerem Maße gestiegen als in der jüdischen. So bildeten die Berufslosen in der amerikanischen Gesamteinwanderung 1899—1914=26,310/0, 1915—1924 38,110/0. Nach wie vor steht aber das jüdische Volk während des vergangenen Jahrzehnts dem Prozentsatze seiner Berufslosen nach an der Spitze i) Vergl. S. 5i4, Note 1. 590

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