Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- Heft 5 (Dezember 1927)
- Article
- Jüdische Wanderungen
- Date
- 1927-12-01
- Page
- 512 (sequence 12)
- Language
- German
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Michael Traub gesetzt«*, Tendenz ist in der allgemein-amerikanischen Rückwanderung zu verzeichnen: während 1908—1914 auf je 100 amerikanische Einwanderer 30,76 Ruckwanderer entfielen, bildete ihre Zahl in der amerikanischen Gesamtstatistik der letzten zehn Jahre 38,2 80/0. Hat somit die jüdische Einwanderung nach den Vereinigten Staaten einen völlig definitiven Charakter angenommen, so gestaltete sich die Wanderbewegung der nicht jüdischen Völker in zunehmendem Maße temporär. Bei einer .gleichen Einwandererzahl zählte man in der allgemein-amerikanischen Immigrantenmasse 2 5mal mehr Rückwanderer als in der amerikanisch-jüdischen. Keine einzige Bevölkerungsgruppe hat auch während des vergangenen Jahrzehnts einen so niedrigen Rückwanderungsprozentsatz aufgewiesen wie die jüdische. Noch deutlicher tritt dieser stabile Charakter der jüdischen Wanderbewegung in Erscheinung, wenn man den jüdischen Rückwanderungsprozentsatz -dem einzelner amerikanischer Immigrationsvölker gegenüberstellt Prozentual am häufigsten haben (ähnlich wie vor 1914) die ost- und südeuropäischen, relativ am seltensten die nord- und westeuropäischen Völker die Vereinigten Staaten verlassen.1) Bei manchen Völkern (namentlich bei den früheren Nachbarvölkern der osteuropäischen Juden) hat die Auswanderung während der letzten zehn Jahre die Einwanderung sogar erheblich übertroffen. Der Rückwanderungsprozentsatz betrug bei den Litauern 116,3 3 0/0, bei den Russen 123,770/0, bei den Polen i35,i6o/o, bei den Rumänen 262,160/0. Von 1908 bis 1924 sind 52 294 Juden, 5,180/0 der jüdischen Einwanderer aus den Vereinigten Staaten emigriert Der allgemein-amerikanische Rückwanderungsprozentsatz erreichte während des gleichen Zeitraumes 33,550/0. Auch im Durchschnitt dieser 17 Kriegs- und Friedensjahre war bei keiner Bevölkerungsgruppe die Auswanderung aus den Vereinigten Staaten prozentual so gering wie bei der jüdischen. D. Geschlechts- und Altersaufbau der jüdischen Einwanderer.-) Der stabile Charakter der jüdischen Wanderbewegung bedingte in zunehmendem Maße die immer häufigere Auswanderung von nicht-erwerbstätigen Familienmitgliedern. Mit dem Aufgeben jeder Hoffnung jemals nach Osteuropa zurückzukehren, mußte der Jude auch Frau und Kinder nach z) Eine Ausnahme bilden die Ruthenen ^23,53<Vo), deren lxückwanderungsprozentsatz bereits vor dem Kriege (1908—1914=16,210/0) verhältnismäßig gering war. 2) Siehe hierzu Tabellen V und VI, Seite 551. 512