Mannheim
Compact Memory

Der Morgen · 1927-12-01 · Heft 5 (Dezember 1927) · p. 510

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 5 (Dezember 1927)
Article
Jüdische Wanderungen
Date
1927-12-01
Page
510 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2895450-2895467-2895473-2898318--02326-2898402
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Michael Traub bewegung mit i i36 100 (1899—192^) jüdischer Emigranten numerisch an der Spitze der jüdischen Auswanderungsländer. Eine Gegenüberstellung der russisch-jüdischen Vor- und Nachkriegsauswanderung ist aber insofern belanglos, als Rußland durch den Krieg den größten Teil des früheren jüdischen Ansiedlungsrayons verloren hat und viele ehemals russische Juden nunmehr als polnische, rumänische, litauische u. a. Juden in den amerikanischen Immigrationsjahrbüchern figurieren. Auch eine Summierung der Auswanderungszahlen des jetzigen Rußland mit denen der neugebildeten Randstaaten gewährt keinen Aufschluß über den wirklichen Umfang der aus dem Territorium des früheren russischen Reiches ausgewanderten Juden: der polnischjüdische Auswanderer kann vor dem Kriege österreichischer oder deutscher, der rumänische — rumänischer oder österreichischer Staatsbürger gewesen sein. Irgendwelche Angaben über die frühere Staatsangehörigkeit werden aber von den amerikanischen Immigrationsämtern nicht verlangt Die jüdische Auswanderung aus Rumänien (nach den Vereinigten Staaten) ist nach dem Kriege rapid in die Höhe gegangen. Von 3 im Jahre 1919 stieg sie auf i3o4 im darauffolgenden Jahre und erreichte 1921 mit 18 238 das jeweils registrierte Maximum. Auch die Auswanderung der folgenden drei Jahre übertrifft erheblich den Durchschnitt des letzten Vorkriegs- Jalirzehnts. Diese sprunghafte Steigerung der rumänisch-jüdischen Wanderbewegung ist in erster Linie durch die Einverleibung Bessarabiens bedingt, dessen jüdische Bevölkerung ungeachtet aller Verbote und Grenzschwierigkeiten einen beträchtlichen Zuzug aus dem benachbarten bolschewistischen Rußland erfahren hat. Eine vergleichende Darstellung der Vor- und Nachkriegsauswanderung ist daher hier ebenso wie in Rußland unmöglich. Insgesamt sind 1920—1924 3g 334, 1915—1924 39 735 (1899—1924 102 548) Juden aus Rumänien nach den Vereinigten Staaten emigriert Während dw jüdische Bevölkerung 1919 nur 4-8 0/0 der rumänischen Gesamtbevölkerung bildete, zählte man in den Vereinigten Staaten auf je 100 rumänische Einwanderer 64,3 Juden. Der relative Auswanderungsprozentsatz der rumänischen Juden war i3mal höher als ihr prozentualer Bevölkerungsanteil. Einen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung überaus hohen Auswanderungsprozentsatz webt auch das kanadische Judentum auf. 20 46o Juden sind von 1920—1924 aus Britisch-Nordamerika nach den Vereinigten Staaten emigriert Die recht beträchtlichen Schwankungen der einzelnen Jahre hängen zum Teil mit den Spezialklauseln der amerikanischen Im- 510

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.